Das operative Ergebnis stimmt — und trotzdem steht E.ONs größtes Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte unter Vorbehalt. Der Essener Energiekonzern schloss 2025 mit einem bereinigten EBITDA von 9,8 Milliarden Euro ab, neun Prozent über dem Vorjahr und am oberen Ende der eigenen Prognose. Eine starke Ausgangslage. Nur hängt das Milliardenprogramm für die kommenden Jahre an einer Entscheidung, die noch aussteht.
48 Milliarden Euro — mit einem Vorbehalt
Bis 2030 plant E.ON Investitionen von 48 Milliarden Euro, davon 40 Milliarden allein für den Netzausbau. Das Programm trägt jedoch einen expliziten Vorbehalt: Ohne adäquate regulatorische Rahmenbedingungen verliert es seinen wirtschaftlichen Unterbau.
Der entscheidende Faktor ist die Kapitalverzinsung, die die Bundesnetzagentur für Netzbetreiber festlegt. Im November folgt die finale Gasregulierung. Zusätzlich plant die Behörde, die Regulierungsperiode von fünf auf drei Jahre zu verkürzen und strengere Effizienzvorgaben einzuführen — beides erhöht den Kostendruck. Solange diese Rahmenbedingungen offen sind, bleibt die mittelfristige Ergebnisperspektive unsicher.
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Rechenzentren als struktureller Rückenwind
Parallel dazu rückt ein Nachfragetreiber in den Blick, der das Netzgeschäft langfristig stützen könnte. Bis 2045 soll der Strombedarf von Rechenzentren im Verteilnetz von unter zwei auf knapp 37 Gigawatt steigen. Rund 70 Prozent der deutschen Onshore-Windkapazität und knapp die Hälfte der Solarkapazität speisen bereits in die E.ON-Netze ein — eine strukturelle Position, die sich schwer replizieren lässt.
Höhere Investitionen in Wärmepumpen-Anschlüsse, E-Auto-Ladeinfrastruktur und erneuerbare Energien sollen die Kapitalbasis erhöhen und damit langfristig auch die regulierte Rendite steigern.
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Starkes 2025, gedämpftes 2026
Für das laufende Jahr erwartet E.ON einen Rückgang: Das bereinigte EBITDA soll zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden Euro liegen, der bereinigte Konzernüberschuss zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden Euro — nach 3,02 Milliarden im Vorjahr. Hintergrund sind temporäre regulatorische Effekte im Netzgeschäft. Langfristig bleibt die Ambition hoch: Bis 2030 peilt E.ON ein bereinigtes EBITDA von rund 13 Milliarden Euro an.
Auf der Hauptversammlung am 23. April 2026 stehen neben der Dividende von 0,57 Euro je Aktie — zahlbar am 28. April — auch personelle Weichenstellungen an. Helene von Roeder und Dominik von Achten sollen neu in den Aufsichtsrat gewählt werden. Am 13. Mai folgt dann die Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2026. Spätestens dann dürfte E.ON erste Signale zum regulatorischen Zeitplan geben — und damit Klarheit darüber, ob das 48-Milliarden-Programm seinen wirtschaftlichen Unterbau tatsächlich behält.
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