Der Iran-Konflikt treibt die Energiepreise — und E.ON sichert sich jetzt frisches Kapital für den Netzausbau. Zwei Anleihen, 1,6 Milliarden Euro, ein klares Signal: Der Konzern baut seinen Investitionspfad konsequent aus.
Gaspreise 75 Prozent höher — kein schnelles Ende
Filip Thon, Chef von E.ON Energie Deutschland, spricht Klartext. Die Großhandelspreise für Gas seien im laufenden Jahr zwischenzeitlich um 75 Prozent gestiegen, Strom um 35 Prozent. Für 2027 sieht es kaum besser aus: Gas liegt bereits 60 Prozent über Vorkrisen-Niveau, Strom 20 Prozent. Thons Fazit gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung: Das alte Preisniveau kommt so schnell nicht zurück.
Das hat Gewicht. E.ON versorgt in Deutschland rund zwölf Millionen Strom- und zwei Millionen Gaskunden. Was an den Energiebörsen passiert, landet früher oder später in den Haushaltskassen der Verbraucher.
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Vertrieb leidet, Netz profitiert
Die hohen Beschaffungskosten drücken die Margen im Vertriebsgeschäft. Preiserhöhungen für Endkunden bleiben politisch heikel. Das Netzgeschäft steht dagegen besser da: Der staatliche Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro senkt die Strom-Netzentgelte 2026 für alle Verbraucher — ein struktureller Vorteil für E.ONs Netztöchter.
Für 2026 erwartet der Konzern ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden Euro. Temporäre regulatorische Effekte im Netzgeschäft belasten das laufende Jahr. Bis 2030 peilt E.ON rund 13 Milliarden Euro EBITDA an — ein deutlicher Sprung.
1,6 Milliarden Euro frisch eingesammelt
Die neue Anleiheemission teilt sich auf zwei Tranchen auf: ein konventioneller Bond über 750 Millionen Euro mit acht Jahren Laufzeit und 3,448 Prozent Kupon sowie ein grüner Bond über 850 Millionen Euro mit zwölf Jahren Laufzeit und 3,895 Prozent Kupon. Damit deckt E.ON einen Großteil seines Finanzierungsbedarfs für 2026 ab.
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Der Hintergrund: Von 2026 bis 2030 plant E.ON Investitionen von rund 48 Milliarden Euro. Das sind fünf Milliarden mehr als im vorherigen Fünfjahresplan. Das Kapital fließt in europäische Energieinfrastruktur und den Ausbau erneuerbarer Energien.
Die Aktie notiert bei 19,43 Euro — rund 31 Prozent über dem Septembertief. Auf Jahressicht liegt das Plus bei knapp 31 Prozent, womit E.ON zu den stärkeren Werten im Sektor zählt.
November als nächste Wegmarke
Der wichtigste Termin für den Kurs liegt im Herbst. Im November entscheidet die Bundesnetzagentur über die künftige Eigenkapitalverzinsung für Netzbetreiber. Diese Zahl bestimmt maßgeblich, wie profitabel E.ONs Kerngeschäft bis 2030 sein wird. Fällt die Entscheidung günstig aus, dürfte der Ergebnispfad Richtung 13 Milliarden Euro EBITDA deutlich realistischer wirken — fällt sie ungünstig aus, gerät die Mittelfristplanung unter Druck.
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