Die Nachricht kam gestern über den Ticker – und sie hat Gewicht. EchoStar-Tochter Dish DBS beantragte ein präpariertes Insolvenzverfahren nach Chapter 11. Ein Schuldenschnitt steht bevor.
S&P Global Ratings reagierte prompt. Die Ratingagentur stufte Dish DBS am 1. Juli auf „D“ herab, von zuvor „CCC+“. Der Grund: Die Tochter konnte eine fällige Anleihe über zwei Milliarden Dollar nicht bedienen.
Der Auslöser: Eine Spektrum-Transaktion stockt
Das Geld fehlt, weil der Verkauf von Mobilfunkfrequenzen an AT&T ins Stocken geriet. Das Volumen des Deals: 20 bis 23 Milliarden Dollar. Der Erlös sollte eigentlich die anstehenden Schulden tilgen. Doch regulatorische oder administrative Hürden verzögern den Abschluss.
Die Insolvenz ist präpariert – kein normaler Chapter 11. Das Verfahren läuft im Southern District of Texas. Mehr als 88 Prozent der Anleihegläubiger und Inhaber von über 8,8 Milliarden Dollar Dish-Wireless-Schulden haben einer Restrukturierungsvereinbarung zugestimmt.
Ziel ist es, rund zehn Milliarden Dollar an Tochter-Schulden frühzeitig zu tilgen. Das Geld soll aus den Spektrum-Verkäufen an AT&T und SpaceX kommen.
Wer nicht betroffen ist
Einige Geschäftsbereiche bleiben außen vor. Dazu gehören DISH TV, Sling TV, Hughes Network Systems sowie Boost Mobile und Gen Mobile. Auch EchoStar als Mutterkonzern ist nicht Teil des Insolvenzverfahrens.
Im Zuge der Restrukturierung agiert EchoStar als Stalking-Horse-Bieter für bestimmte Dish-Wireless-Vermögenswerte. Das setzt einen Mindestpreis für die Auktion fest, die im August 2026 stattfinden soll.
Ein Pfand bei der FCC in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar soll mögliche Stilllegungskosten im Zusammenhang mit dem 5G-Netzausbau decken. Handelskredite, etwa von Turmgesellschaften, könnten aus Verkaufserlösen bedient werden.
Der Aktienkurs spiegelt die Nervosität
Die EchoStar-Aktie notiert aktuell bei 88,05 Euro. Das sind 30,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 127,06 Euro aus dem Mai 2026. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 70 Prozent – ein klares Zeichen für Verunsicherung.
Der RSI steht bei 38,0 und signalisiert eine Annäherung an überverkaufte Niveaus. Das Management zeigt sich zuversichtlich, dass die betroffenen Töchter bis Ende des dritten Quartals 2026 aus dem Verfahren hervorgehen können. Ob das gelingt, hängt maßgeblich vom Abschluss der Spektrum-Verkäufe ab.
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