Der Abwärtstrend bei der Aktie von Eckert & Ziegler hat sich am heutigen Donnerstag weiter verschärft. Das Papier markierte im Handelsverlauf bei 12,13 € ein neues 52-Wochen-Tief und setzt damit die negative Serie der vergangenen Wochen fort.
Seit Beginn des Jahres hat der Anteilsschein bereits rund 20 % an Wert verloren, womit die jüngsten Kursverluste die Marktkapitalisierung auf rund 794 Millionen Euro drückten. Medienberichten zufolge war die Aktie bereits gestern auf ein Zwölf-Monats-Tief gefallen, konnte diesen Boden am heutigen Tag jedoch nicht verteidigen.
Operative Stagnation im ersten Halbjahr
Die jüngste Kursentwicklung steht in einem deutlichen Kontrast zu der Mitte August vorgelegten Zwischenbilanz für das erste Halbjahr 2026. Eckert & Ziegler meldete für diesen Zeitraum einen Umsatz von 149,3 Mio. EUR, was gegenüber dem Vorjahreswert von 148,8 Mio. EUR einer weitgehenden Stagnation entspricht.
Während das Segment Medical einen Erlös von 80,9 Mio. EUR beisteuerte, blieb der Bereich Isotope Products mit 68,5 Mio. EUR nahezu auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Das bereinigte EBIT lag im Berichtszeitraum bei 33,3 Mio. EUR und damit um 6 % unter dem Vorjahreswert von 35,4 Mio. EUR. Dennoch konnte das Unternehmen den Nettogewinn leicht steigern: Dieser kletterte um 5 % auf 22,4 Mio. EUR.
Trotz der verhaltenen Umsatzdynamik in den ersten sechs Monaten bestätigte der Vorstand seine Jahresprognose für 2026. Das Unternehmen strebt weiterhin einen Jahresumsatz von rund 320 Mio. EUR und ein bereinigtes EBIT von circa 80 Mio. EUR an.
Analysten setzen auf langfristiges Potenzial
Analysten bewerten die operative Basis des Isotopenspezialisten trotz der aktuellen Kursschwäche weiterhin positiv. Am 26. August bestätigte Christian Ehmann vom Analysehaus Berenberg seine Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 23,00 EUR. Der Analyst betonte, dass die operative Grundleistung ungeachtet der stagnierenden Erlöse im ersten Halbjahr robust bleibe.
Bereits am 14. August hatte die NuWays AG ihre Kaufempfehlung mit einem identischen Kursziel von 23,00 EUR bekräftigt. Die Experten verwiesen zur Begründung auf die kurzfristigen Wachstumsaussichten durch sogenannte Ga-68-Generatoren.
Mittelfristig werde zudem ein erhebliches Potenzial im Bereich Lu-177 gesehen. Auch strategisch stellte das Unternehmen zuletzt Weichen, etwa durch eine im Mai geschlossene Partnerschaft mit Thor Medical zur Bereitstellung von Blei-212 für die pharmazeutische Industrie.
Unsicherheit durch Bilanzprüfung der BaFin
Ein Faktor, der die Stimmung der Marktteilnehmer belasten könnte, ist ein laufendes Verfahren der Finanzaufsicht. Am 22. Juli wurde bekannt, dass die BaFin eine regulatorische Prüfung der Bilanzierung bezüglich der Abspaltung von Pentixapharm im Konzernabschluss 2024 eingeleitet hat.
Im Fokus steht ein möglicher Gewinn aus diesem aufgegebenen Geschäftsbereich. Eckert & Ziegler wies in diesem Zusammenhang bereits darauf hin, dass die Prüfung keine Auswirkungen auf die operativen Kennzahlen des Unternehmens haben dürfte.
Dennoch scheint die Kombination aus stagnierendem Wachstum und regulatorischen Fragestellungen derzeit schwerer zu wiegen als die im Juni auf der Hauptversammlung beschlossene deutliche Anhebung der Dividende.
Bei einem aktuellen Kurs von 12,27 € notiert die Aktie derzeit nur noch rund 1,2 % über ihrem heute markierten Jahrestief. Ob die Bestätigung der Jahresziele im weiteren Verlauf des dritten Quartals für eine Stabilisierung sorgen kann, bleibt die zentrale Frage für Investoren.
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