Der Abwehrspezialist Electro Optic Systems steckt im Zwiespalt zwischen Rekordaufträgen und einem massiven Kursrutsch. Innerhalb von 30 Tagen schrumpfte die Marktbewertung um mehr als ein Viertel. Der operative Ausblick für das Jahr 2026 zeichnet allerdings ein völlig anderes Bild.

Der Kurs rutschte am Freitag auf 4,21 Euro ab. Damit nähert sich die Aktie mit einem RSI von 32,8 der technisch überverkauften Zone. Marktbeobachter verweisen auf den massiven Abschlag zum Platzierungspreis vom Vorjahr. Damals zahlten Institutionelle umgerechnet rund 8,00 Australische Dollar pro Anteilsschein.

Umsatzsprung durch Drohnenabwehr

Die Wachstumsprognose des Managements bleibt aggressiv. Für das Geschäftsjahr 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz zwischen 240 und 270 Millionen Australischen Dollar an. Das entspräche einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr.

Treiber dieser Entwicklung ist der strategische Schwenk zur Drohnenabwehr. Systeme wie die Waffenstation „Slinger“ stehen hierbei im Mittelpunkt. Das Unternehmen will bis zu 80 Prozent seines Rekord-Auftragsbestands in den kommenden zwei Jahren in reale Erlöse umwandeln.

Schuldenfrei in die Wachstumsphase

Parallel dazu hat sich die finanzielle Basis stabilisiert. Nach umfangreichen Rückzahlungen ist das Unternehmen mittlerweile schuldenfrei. Hohe Verwaltungskosten und die Expansion nach Europa sorgten im Jahr 2025 zwar noch für operative Verluste. Die Übernahme des Anbieters MARSS stärkte jedoch die technologische Position bei Führungs- und Leitsystemen.

Ein neuer Vertrag mit der australischen Regierung stützt die langfristige Strategie. Dabei geht es um Prototypen für die Abwehr unbemannter Flugsysteme. Die kommenden Monate entscheiden, ob die operativen Erfolge den skeptischen Markt überzeugen können. Die Wandlung des Auftragsbestands in einen positiven Cashflow bleibt die zentrale Aufgabe für das Management. Ein wichtiger Meilenstein wird die Auslieferung des R400 Slinger-Systems im Rahmen des neuen Regierungsauftrags sein.