Das australische Rohstoffunternehmen Elevate Uranium hat heute den erfolgreichen Volllastbetrieb seiner U-pgrade-Pilotanlage gemeldet. Sämtliche fünf Stufen des proprietären Aufbereitungsverfahrens sind nun in Betrieb.
Trotz der operativen Fortschritte und der Bestätigung der Skalierbarkeit des Prozesses reagierte der Kapitalmarkt negativ auf die Nachrichtenlage. Im heutigen Handel verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 9,6 % und notiert bei 0,1632 Euro.
Technischer Durchbruch beim U-pgrade-Verfahren
Die Pilotanlage dient der Validierung einer Technologie, die darauf abzielt, die operativen Kosten und den Energiebedarf bei der Urangewinnung signifikant zu senken.
Den Unternehmensangaben zufolge konnte das Erz von einem Ausgangswert von 89 ppm (parts per million) auf 590 ppm angereichert werden. Dabei wurde eine Massenverwerfung von 88 % erreicht, was bedeutet, dass nur ein Bruchteil des ursprünglichen Materials chemisch weiterverarbeitet werden muss.
Ein wesentlicher Erfolg der vierten Stufe war die Bestätigung der Kalzit-Entfernung. Dies ermöglicht einen einfacheren und kostengünstigeren Säurelaugungsprozess bei Umgebungstemperatur, der in etwa sechs Stunden abgeschlossen werden kann.
Managing Director Murray Hill betonte, dass dieses Ergebnis die Größe, den Energiebedarf und die Bedienbarkeit einer Laugungsanlage, die das U-pgrade-Verfahren nutzt, grundlegend verändert. Die bisherigen Ergebnisse der Pilotanlage decken sich mit früheren Testreihen im Labormasstab und stützen die Pläne für eine künftige Skalierung der Technologie.
Strategische Positionierung in Namibia und finanzielle Basis
Die gewonnenen Daten aus dem Pilotbetrieb sollen direkt in die geplante Scoping-Studie für das Projekt Marenica in Namibia einfließen. Elevate Uranium hat seine Position in diesem Projekt zuletzt deutlich ausgebaut.
Wie am 13. Juli bekannt wurde, unterzeichnete das Unternehmen Vereinbarungen zum Erwerb weiterer 15 % der Anteile an Marenica, wodurch die Beteiligung auf insgesamt 90 % stieg. Damit erhöhte sich die gesamte Ressourcenbasis des Unternehmens in Namibia auf 124 Millionen Pfund U3O8.
Medienberichten zufolge betrug die Cash-Position des Unternehmens zum Ende des Juni-Quartals rund 28,9 Millionen Australische Dollar. Diese finanzielle Ausstattung dient der weiteren Entwicklung des Portfolios, zu dem auch die Marenica-Ressource gehört, die im selben Zeitraum um 31 % auf 52,8 Millionen Pfund U3O8 hochgestuft wurde.
Das Unternehmen hebt seine proprietäre Aufbereitungstechnologie regelmäßig als zentrales Unterscheidungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern im namibischen Uransektor hervor.
Marktreaktion und Ausblick auf das vierte Quartal
Dass der Kurs heute trotz der positiven technischen Meilensteine unter Druck geriet, führen Marktbeobachter auf noch ausstehende Daten zurück. Die Ergebnisse der fünften Stufe, der Uran-Flotation, werden erst für das vierte Quartal erwartet.
Da diese Stufe historisch für den größten prozentualen Anstieg des Erzgrades verantwortlich zeichnet, scheint ein Teil der Anleger vorerst Gewinne mitzunehmen, solange die vollständige Validierung der finalen Konzentrationsstufe am Pilotobjekt noch aussteht.
Im breiteren Marktkontext bewegt sich die Aktie in einem volatilen Umfeld. Während der Uransektor insgesamt im August eine deutliche Erholung erlebte – der VanEck Uranium and Nuclear ETF legte im bisherigen Monat um 16 % zu – korrigierte Elevate Uranium heute einen Teil der vorangegangenen Gewinne.
Dennoch notiert das Papier mit dem aktuellen Kursniveau weiterhin 9,5 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich derzeit auf 86,03 Millionen Euro. Anleger richten ihren Fokus nun auf die für das Jahresende angekündigten Flotationsdaten, die über die endgültige Wirtschaftlichkeit des Verfahrens entscheiden könnten.
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