Der Pharmakonzern Eli Lilly steuert auf einen entscheidenden Termin für das laufende Geschäftsjahr zu. Während die Marktteilnehmer gespannt auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal am 5. August blicken, untermauert das Unternehmen seine Ambitionen durch gezielte Akquisitionen abseits des derzeit dominierenden Marktes für Abnehmpräparate. An der Börse notiert das Papier derzeit bei 1.075,20 € und liegt damit nur rund 1,81 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.095,00 €.
Diversifizierung durch Milliarden-Zukäufe
Eli Lilly hat am 16. Juli die Übernahme von AtaiBeckley für einen Barbetrag von 2,8 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Damit sichert sich der Konzern den Zugriff auf den Wirkstoff BPL-003, der sich derzeit in der zweiten klinischen Phase zur Behandlung von therapieresistenten Depressionen befindet. Dieser Schritt markiert eine deutliche Ausweitung der Aktivitäten im Bereich der Neurowissenschaften.
Diese Akquisition folgt auf eine Reihe strategischer Investitionen in den vergangenen Monaten. Erst im Juni schloss Eli Lilly die Übernahme von Centessa Pharmaceuticals für rund 6,3 Milliarden Dollar ab, um das Portfolio um ein Medikament gegen Narkolepsie zu ergänzen. Zusammen mit der Zulassung des Alzheimer-Medikaments Kisunla verdeutlichen diese Investitionen das Bestreben des Managements, die Abhängigkeit von den Erfolgsprodukten im Bereich der Adipositas-Behandlung zu verringern.
Hohe Erwartungen an das zweite Quartal
Für den anstehenden Quartalsbericht am 5. August liegen die Messlatten hoch. Analysten prognostizieren einen Umsatz von etwa 20,5 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 5,83 Dollar. Die Aktie konnte seit Beginn des Jahres bereits um 17,15 % zulegen, was den Druck auf die kommenden Zahlen erhöht, den hohen Bewertungen gerecht zu werden.
Die Analysten der Bank of America (BofA) haben ihre Einschätzung für Eli Lilly kürzlich aktualisiert und den geschätzten fairen Wert der Aktie von 1.243,43 Dollar auf 1.270,37 Dollar angehoben. Das aktuelle Kursziel der BofA liegt bei 1.251 Dollar. Experten verweisen dabei auf das enorme Potenzial des US-Marktes für GLP-1-Präparate, der bis zum Jahr 2033 ein Volumen von 79 Milliarden Dollar erreichen könnte.
Juristische Auseinandersetzungen und Marktabdeckung
Parallel zum operativen Geschäft sieht sich Eli Lilly mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Der Wettbewerber Novo Nordisk reichte am 21. Juli eine Klage wegen irreführender Werbung ein. Dabei geht es um Werbekampagnen für die Lilly-Präparate Zepbound und Mounjaro, in denen Dosierungen verglichen worden sein sollen, die laut Kläger nicht unmittelbar vergleichbar sind. Eine erste gerichtliche Anhörung hierzu ist für den 27. August angesetzt.
An der Vertriebsfront gibt es positive Nachrichten für die Versorgung in den USA. Der große Apotheken-Dienstleister CVS Caremark wird die Kostenübernahme für das Adipositas-Medikament Zepbound ab dem 1. Oktober wiederherstellen. Zudem wurde die neue orale GLP-1-Pille Foundayo bereits im Juni in die Erstattungspläne aufgenommen. Damit sind die Adipositas-Präparate von Eli Lilly nun bei allen drei großen US-Pharmacy Benefit Managern gelistet, was den Zugang für berechtigte Patienten deutlich verbessert.
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