Eli Lilly hat mit Retatrutide erneut Daten vorgelegt, die das Abnehm-Segment aufhorchen lassen. Der Wirkstoff greift gleich an drei Hormonrezeptoren an — und liefert in einer großen Phase-3-Studie Ergebnisse, die über bisherige Präparate hinausgehen.
Deutliche Gewichtsreduktion in TRIUMPH-2
In der Studie TRIUMPH-2 nahmen Teilnehmer mit Adipositas und Typ-2-Diabetes unter der höchsten Dosis von 12 Milligramm binnen 80 Wochen durchschnittlich 20,8 Prozent ihres Körpergewichts ab.
Bei Patienten mit einem Ausgangs-BMI von 35 oder höher waren es sogar bis zu 23,4 Prozent. Mehr als die Hälfte der Probanden erfüllte am Ende die Adipositas-Kriterien nicht mehr.
Auch beim Langzeit-Blutzuckerwert A1C zeigte sich ein klarer Effekt: Die Reduktion lag bei bis zu 1,6 Prozentpunkten, knapp 40 Prozent der Teilnehmer erreichten einen Wert im Normalbereich. Retatrutide wirkt dabei nicht nur auf Gewicht und Blutzucker — auch kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Triglyceride und Blutdruck verbesserten sich unter der höchsten Dosis deutlich.
Die Nebenwirkungen fielen erwartbar aus für diese Wirkstoffklasse: Übelkeit, Durchfall und Verstopfung traten dosisabhängig häufiger auf als unter Placebo, blieben aber überwiegend mild bis moderat. Die Abbruchraten wegen Nebenwirkungen lagen zwischen 3,8 und 11,6 Prozent je nach Dosierung.
Nächster Schritt: Zulassungsantrag
Lilly kündigte an, im ersten Quartal 2027 einen Zulassungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen. Das Unternehmen testet Retatrutide parallel in mehreren weiteren Phase-3-Studien — unter anderem bei Kniearthrose, Schlafapnoe und chronischen Rückenschmerzen. Mehr als 5.800 Teilnehmer sind bislang in das gesamte TRIUMPH-Programm eingebunden, das 2023 startete.
Für Lilly fügt sich Retatrutide in ein bereits etabliertes Portfolio ein, zu dem die zugelassenen Präparate Zepbound und Foundayo zählen. Sollte der Wirkstoff die FDA-Prüfung erfolgreich durchlaufen, würde er das Angebot des Konzerns im Milliardenmarkt für Gewichtsmanagement und Diabetes-Therapien um eine weitere Option erweitern, die potenziell mehrere Wirkmechanismen in einem einzigen Molekül vereint.
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