Der Pharmakonzern Eli Lilly vermeldet positive Phase-3-Daten aus der Krebstherapie. Das Interesse der Anleger richtet sich derweil auf das Milliardengeschäft mit Abnehmspritzen.

Der nächste Treffer aus der Pipeline

Lillys Blutkrebs-Mittel Jaypirca schafft die Hürde. In der Phase-3-Studie BRUIN CLL-322 senkte die Kombination aus Jaypirca, Venetoclax und Rituximab das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod um 45 Prozent. Getestet wurde an Patienten mit behandlungsresistenter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und kleinzelligem Lymphom.

Es ist die erste Phase-3-Studie, die in diesem Patientenkreis eine Überlegenheit gegenüber der Venetoclax-Kontrollgruppe zeigt. Die vollständigen Daten stellt Lilly auf einem Kongress der Europäischen Hämatologie-Gesellschaft vor.

Der wahre Wachstumsmotor

Trotz des Erfolgs in der Onkologie bleibt das Geschäft mit den GLP-1-Präparaten der dominierende Faktor. Mounjaro steigerte den Umsatz im ersten Quartal 2026 um 125 Prozent zum Vorjahr. Zusammen mit Zepbound stemmen die beiden Mittel den Löwenanteil der Erlöse.

Den satten Cashflow nutzt Lilly für Zukäufe, zuletzt im Bereich Infektionskrankheiten. Parallel dazu baut der Konzern seine Produktionskapazitäten massiv aus. Die Folge: Ein Schuldenstand von 42,5 Milliarden Dollar. Eine hohe Summe, die für Anleger erklärungsbedürftig ist. Der Konzern setzt darauf, die Nachfrage nach Diabetes- und Abnehm-Medikamenten langfristig bedienen zu können.

Bewertung im Blick

Die Aktie schloss am Freitag bei 984,50 Euro, ein Minus von 1,79 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Plus von 40 Prozent. Der RSI von 64,3 zeigt eine ausgewogene Marktstimmung.

Derzeit notiert die Aktie rund 5,7 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 1.044 Euro aus dieser Woche. Die Frage ist, wie lange Lilly die Spitzenposition im GLP-1-Markt gegen zunehmende Konkurrenz verteidigen kann. Gleichzeitig hält der Konzern an einer breiten Forschungspipeline fest, die neben internen Entwicklungen auch Partnerschaften etwa in der Strahlentherapie umfasst. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob sich das Zusammenspiel aus Pipeline-Investitionen und Schuldenabbau auszahlt.