Der Pharmakonzern Eli Lilly erhält Rückenwind von Analysten und einer strategischen Expansion in Asien. Die Aktie legte am Dienstag um 2,15 Prozent auf 1.076 Euro zu und notiert damit nur 1,74 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.095 Euro.
JPMorgan setzt auf Adipositas-Geschäft
Analyst Chris Schott von JPMorgan erhöhte das Kursziel für Eli Lilly von 1.300 auf 1.400 Dollar. Er bestätigt die Einstufung „Overweight“. Grund sind die wachsende Marktführerschaft bei Inkretin-Therapien und ein starker Ausblick auf das zweite Quartal.
Schott erwartet, dass die Ergebnisse die obere Spanne der bisherigen Prognose erreichen oder übertreffen. Treiber sind die internationale Einführung von Mounjaro und die rasche Marktdurchdringung von Zepbound in den USA.
Partnerschaft für Hongkong und Macau
Eli Lilly baut seine Präsenz in Asien aus. Das Unternehmen schloss am 6. Juli eine strategische Partnerschaft mit DKSH. Der Distributor übernimmt Verkauf, Promotion und Vertrieb des Pharmaportfolios in Hongkong und Macau.
Die Vereinbarung erweitert eine bestehende Zusammenarbeit in Singapur und Vietnam. Ziel ist es, die Verfügbarkeit von Lillys Medikamenten in diesen Regionen zu verbessern. Das Unternehmen ist dort seit 1984 präsent, sucht aber effizientere Vertriebswege für neue Produktlinien.
Medicare-Programm und Pipeline
Ein weiterer Kursimpuls ist das Medicare GLP-1 Bridge Program. Seit Juli 2026 erweitert es den Versicherungsschutz für Adipositas-Medikamente für berechtigte Senioren. Die monatliche Zuzahlung liegt bei 50 Dollar.
Parallel arbeitet Eli Lilly an der nächsten Generation seiner Wirkstoffe. Retatrutide, ein dreifacher Agonist, zeigte in der TRIUMPH-4-Studie einen Gewichtsverlust von 28,7 Prozent über 68 Wochen. Zulassungsanträge werden für Ende 2026 erwartet, ein Marktstart könnte 2027 folgen.
Die steigende Nachfrage erfordert mehr Produktionskapazität. Eli Lilly investiert rund 2,3 Milliarden Euro in ein neues Werk im rheinland-pfälzischen Alzey. Der Standort soll 2027 den Betrieb aufnehmen und 1.000 Arbeitsplätze schaffen.
Mit einem Streubesitz von 82,53 Prozent institutioneller Anleger bleibt Eli Lilly ein Schwergewicht unter den Pharmaaktien. Der RSI von 70,9 deutet auf eine leichte Überhitzung hin. Doch die Fundamentaldaten – eine starke Pipeline, wachsende internationale Märkte und ein milliardenschweres Produktionsprogramm – geben dem Kurs weiterhin Auftrieb. Der nächste Test wird der Quartalsbericht für das zweite Halbjahr sein.
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