Eli Lilly sprengt die Grenzen seines bisherigen Erfolgsmodells. Der Pharmariese baut seine Marktstellung weit über den boomenden Bereich der Abnehmspritzen hinaus aus. Neue Daten aus der Alzheimer-Forschung und Erfolge in der Immunologie verleihen dem Papier frischen Schwung.
Mitte Juli präsentiert der Konzern in London neue Erkenntnisse zur Behandlung von Alzheimer. Insgesamt 16 wissenschaftliche Arbeiten stehen auf der Agenda. Das Interesse der Fachwelt gilt vor allem den Langzeitergebnissen für das Medikament Kisunla.
Zusätzlich macht das Unternehmen Fortschritte in der Diagnostik. Ein spezieller Bluttest könnte die aufwendige und teure Bildgebung durch PET-Scans bald ersetzen. Er liefert bei Patienten ohne kognitive Einschränkungen bereits vergleichbare Resultate.
In Kanada rückt die volle Marktzulassung für das Neurodermitis-Mittel Ebglyss näher. Die dortige Behörde gab eine positive Empfehlung für die Kostenerstattung ab. Damit steht Lilly kurz vor der großflächigen Erschließung des kanadischen Marktes.
Klinische Studien belegen, dass Ebglyss bei 90 Prozent der Probanden Juckreiz und Hautschäden lindert. Dieser Effekt hielt in Tests bis zu vier Jahre an. Der Konzern greift damit die etablierte Konkurrenz im Bereich der Biologika an.
Finanzexperten bewerten die Pipeline des Unternehmens optimistisch. Die US-Bank Truist hob ihr Kursziel auf 1.370 US-Dollar an. JPMorgan sieht den fairen Wert der Aktie bei 1.400 US-Dollar.
Beide Häuser erwarten eine Anhebung der Jahresziele. Treiber sind die anhaltend hohen Verordnungszahlen für Zepbound und Mounjaro. Ein neues Programm verbessert den Zugang für Medicare-Patienten in den USA zusätzlich.
Die Aktie notiert aktuell bei 1.058,60 Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 950 Milliarden Euro rückt der Konzern in den Kreis der Billionen-Unternehmen auf. Seit Januar stieg der Kurs um knapp 15 Prozent.
Im August 2026 veröffentlicht Eli Lilly seinen Bericht zum zweiten Quartal. Dann wird der Vorstand auch die Prognose für das Gesamtjahr konkretisieren. Bisher rechnet das Management mit Erlösen zwischen 82 und 85 Milliarden US-Dollar.
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