Eli Lilly weitet sein globales Gesundheitsengagement aus. Der Pharmakonzern hat die „Lilly Change the Course Commitment“ gestartet — eine Initiative, die bis 2040 für eine Angleichung des Behandlungszugangs zu Diabetes- und Adipositas-Medikamenten zwischen armen und reichen Ländern sorgen soll.
Große Lücke, ambitioniertes Ziel
Der Ausgangspunkt ist deutlich: Aktuell kommt auf vier Patienten in Hochlohnländern nur ein Patient in einkommensschwachen und mittleren Ländern, der Zugang zu Lillys Diabetes- und Adipositas-Medikamenten hat.
Das Unternehmen will diese Kluft schließen und setzt dabei auf drei Hebel — die Anpassung der klinischen Entwicklung an ressourcenarme Umgebungen, eine beschleunigte Registrierung der Medikamente in Schwellen- und Entwicklungsländern mit Fokus auf Afrika, Lateinamerika und Asien, sowie den Ausbau lokaler Gesundheitssysteme durch Schulungen und digitale Tools.
CEO David Ricks verwies dabei explizit auf Foundayo (Orforglipron), das oral einzunehmende und bei Raumtemperatur lagerfähige GLP-1-Präparat, das die Distribution in Regionen mit eingeschränkter Kühlkette erleichtern soll. Das Präparat ist in den USA für die Behandlung von Adipositas zugelassen.
Die neue Initiative baut auf dem Vorgängerprogramm „30×30“ auf, das sein Ziel bereits fünf Jahre früher als geplant übertraf. Statt der angepeilten 30 Millionen Menschen jährlich bis 2030 erreichte das Programm 2025 bereits 40 Millionen Menschen in ressourcenarmen Regionen.
Strategisches Kalkül hinter dem Engagement
Die Zahlen, die Lilly zur Begründung anführt, sind eindrücklich: Vier von fünf Erwachsenen mit Diabetes und sieben von zehn Erwachsenen mit Adipositas leben in einkommensschwachen und mittleren Ländern.
Für ein Unternehmen, dessen GLP-1-Portfolio zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählt, bedeutet die systematische Erschließung dieser Märkte auch eine langfristige Erweiterung der adressierbaren Patientenbasis — über die bereits gut durchdrungenen Industrieländer hinaus.
Der Fortschritt der Initiative soll künftig im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht sowie auf globalen Gesundheitsforen dokumentiert werden. Konkrete Meilensteine für die kommenden Jahre nannte das Unternehmen zum Start der Initiative noch nicht.
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