Eli Lilly Aktie: Risiken steigen weiter!

Der Pharmakonzern legt am Donnerstag seine Q1-Zahlen vor. Analysten erwarten einen Gewinnsprung, während die Aktie seit Jahresbeginn deutlich nachgab.

Eli Lilly Aktie
Kurz & knapp:
  • Gewinnprognose von 7,26 Dollar je Aktie
  • Umsatzwachstum von knapp 40 Prozent erwartet
  • Foundayo-Start hinter den Erwartungen
  • Übernahme von Centessa für 6,3 Milliarden Dollar

398 Nettobestellungen? Nein — aber 117 Prozent Gewinnwachstum erwartet: Eli Lilly berichtet am Donnerstag vor Börseneröffnung seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Der Zeitpunkt ist heikel. Die Aktie liegt rund 18 Prozent im Minus seit Jahresbeginn, während Analysten ihre Schätzungen zuletzt mehrheitlich nach oben revidiert haben.

Was der Markt erwartet

Für das erste Quartal rechnen Analysten mit einem Gewinn von 7,26 Dollar je Aktie — mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz soll auf 17,78 Milliarden Dollar klettern, ein Plus von knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das klingt beeindruckend, ist aber eine Verlangsamung: Im gleichen Quartal des Vorjahres wuchs Lilly noch um 45 Prozent.

Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2025 meldete das Unternehmen Erlöse von 19,29 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen deutlich. Die Latte liegt also hoch.

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Foundayo und die Guidance-Frage

Im Mittelpunkt der Telefonkonferenz dürfte Foundayo stehen — die neu zugelassene Abnehmspritze in Tablettenform. Die frühen Verschreibungszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Konsensschätzung für den Foundayo-Umsatz 2026 brach von ursprünglich vier bis fünf Milliarden Dollar auf 1,3 bis 1,6 Milliarden Dollar ein. Jefferies modelliert 1,6 Milliarden für dieses Jahr, sieht aber langfristig Potenzial für bis zu 30 Milliarden Dollar jährlich.

Morgan-Stanley-Analyst Terence Flynn bleibt trotzdem überzeugter Bulle. Er bekräftigte sein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 1.327 Dollar — rund 52 Prozent über dem aktuellen Kurs. Flynn traut Zepbound und Foundayo zusammen bis zu 31 Milliarden Dollar Umsatz im US-Markt im nächsten Jahr zu, mit Potenzial auf 45 Milliarden bis 2030.

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Für das Gesamtjahr 2026 peilt Lilly einen Umsatz von 80 bis 83 Milliarden Dollar an, bei einem Non-GAAP-Gewinn je Aktie zwischen 33,50 und 35,00 Dollar. Gegenwind kommt von der Preisseite: Im US-Markt fielen die Preise im vierten Quartal um rund 7 Prozent, für 2026 wird ein Preisdruck im niedrigen bis mittleren Zehnprozentbereich erwartet.

Zukäufe und Bewertungsfrage

Parallel zur GLP-1-Story kauft Lilly aggressiv zu. Jüngster Schritt: die geplante Übernahme von Centessa Pharmaceuticals für 6,3 Milliarden Dollar. Centessa bringt einen Kandidaten für Narkolepsie und andere Schlafstörungen mit — eine Lücke in Lillys Neurowissenschafts-Portfolio, die RBC-Analyst Brian Abrahams als „nahezu kommerziellen Milliardenmarkt“ bezeichnet. Der Abschluss ist für das dritte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich Aktionärs-, Gerichts- und Regulierungsgenehmigungen.

Das Bewertungsniveau bleibt ein Diskussionspunkt. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38 liegt mehr als doppelt so hoch wie der Branchendurchschnitt der US-Pharmaindustrie. Wer auf die Aktie setzt, wettet auf anhaltend hohes Wachstum — und darauf, dass Foundayo seinen langsamen Start überwindet. Die Zahlen vom Donnerstag liefern dafür den ersten belastbaren Datenpunkt des Jahres.

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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