Eli Lilly sammelt zum Monatsende gleich an mehreren Fronten Punkte: Analysten werden optimistischer, neue Studiendaten wirken wie ein Türöffner für das nächste Wachstumskapitel, und auch die jüngsten Quartalszahlen fielen besser aus als gedacht. Genau diese Mischung hat die Erwartungen im Pharmasektor spürbar verschoben. Doch was treibt den Optimismus – und wo liegen die Knackpunkte?
Analysten setzen auf die GLP‑1-Story
Am 25. Februar nahm RBC Capital die Beobachtung mit „Outperform“ auf und nannte ein Kursziel von 1.250 US-Dollar. Die Begründung: Die Adipositas-Pipeline und das bestehende Geschäft rund um GLP‑1 könnten bis 2030 die Marktführerschaft zementieren. Gleichzeitig räumte RBC ein, dass die Messlatte hoch liegt – die Konsensschätzungen würden das künftige Wachstum aber „deutlich unterschätzen“, auch wegen anstehender Katalysatoren.
RBC war nicht allein. Guggenheim hob sein Kursziel leicht an, JPMorgan erhöhte deutlich auf 1.300 US-Dollar und blieb bei „Overweight“. Barclays startete ebenfalls mit „Overweight“ und einem Kursziel von 1.350 US-Dollar. In der Zusammenfassung von MarketBeat ergibt sich daraus ein klar freundliches Bild: Die Mehrheit der Analysten liegt bei „Buy“, das durchschnittliche Kursziel beträgt 1.229,59 US-Dollar.
Orforglipron: Daten mit Signalwirkung
Der wichtigste kurzfristige Treiber bleibt orforglipron, ein einmal täglich einzunehmender oraler GLP‑1-Kandidat. In der Phase‑3‑Studie ACHIEVE‑3 zeigte orforglipron im direkten Vergleich bessere Ergebnisse bei HbA1c-Senkung und Gewichtsverlust als orales Semaglutid (Rybelsus) bei Typ‑2‑Diabetes.
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Die Unterschiede sind greifbar: Der Blutzucker (A1C) sank um 2,2% gegenüber 1,4% unter Rybelsus. Beim Gewicht lag der durchschnittliche Verlust bei 8,9 kg gegenüber rund 5 kg. Lilly hat bereits globale Zulassungsanträge für Typ‑2‑Diabetes und Adipositas gestartet, eine US-Einreichung für Diabetes soll später dieses Jahr folgen. Für Adipositas nennt das Unternehmen eine mögliche US-Entscheidung im zweiten Quartal 2026.
Auch beim Zugang setzt Lilly Akzente: Im Fall einer FDA-Zulassung sollen Selbstzahler orforglipron über den LillyDirect-Kanal beziehen können. Die niedrigste Dosis startet laut Unternehmen bei 149 US-Dollar, weitere Dosierungen reichen bis 399 US-Dollar.
Zahlen, Konkurrenz – und die Kapazitätsfrage
Im vierten Quartal 2025 übertraf Lilly die Erwartungen: 19,29 Mrd. US-Dollar Umsatz standen 17,85 Mrd. US-Dollar Prognose gegenüber. Der Gewinn je Aktie lag bei 7,54 US-Dollar (Konsens: 7,48). Besonders auffällig: Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 42,6%. Für 2026 stellte Lilly 80 bis 83 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie ein Non‑GAAP‑EPS von 33,50 bis 35,00 in Aussicht – und damit deutlich mehr als zuvor am Markt eingepreist war.
Im Wettbewerb bekam Lilly zusätzlich Rückenwind. Novo Nordisk meldete Studiendaten zu CagriSema: Nach 84 Wochen lag der Gewichtsverlust bei 23% – gegenüber 25,5% unter Lillys Tirzepatid. Dazu kamen Preissenkungen bei Wegovy, Ozempic und Rybelsus auf 675 US-Dollar pro Monat (zuvor über 1.000). Mehrere Broker, darunter BofA, argumentierten allerdings, diese Schritte dürften Lillys US-Geschäft nicht wesentlich treffen – die Sorge vor einem breiten Preiskampf wurde damit eher gedämpft. Lilly wiederum will den Preis für Zepbound in der niedrigsten Dosis bei 299 US-Dollar pro Monat halten.
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Parallel arbeitet der Konzern an der Angebotsseite: Ende Januar kündigte Lilly eine neue US-Produktionsstätte in Pennsylvania für 3,5 Mrd. US-Dollar an, Betriebsstart ist für 2031 geplant. Zusätzlich wurden Genehmigungen für eine Erweiterung in Concord (North Carolina) im Umfang von 77 Mio. US-Dollar erteilt – ein Baustein, um Engpässe bei GLP‑1-Produkten zu reduzieren.
Bei den Aktionärsrenditen gab es ebenfalls Neuigkeiten: Für den 10. März wurde eine Quartalsdividende von 1,73 US-Dollar je Aktie angekündigt (zuvor 1,50). Stichtag ist der 13. Februar.
Beim Kursbild zeigt sich zuletzt leichte Erholung: Am Freitag schloss die Aktie bei 890,90 Euro (+2,88%).
Im Kalender ist der nächste Fixpunkt klar: Im zweiten Quartal 2026 könnte in den USA eine Entscheidung zur Adipositas-Zulassung von orforglipron anstehen – genau dieses Ereignis dürfte den Ton für die kommenden Monate setzen, weil es Wachstum, Preisgestaltung und Produktionskapazitäten gleichzeitig berührt.
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