Eli Lilly legt in Virginia den Grundstein für eine neue Fabrik und investiert dort 5 Milliarden Dollar. Das Werk soll eine Wirkstoffklasse produzieren, die als nächste große Welle der Krebsmedizin gilt. Für den Konzern ist es ein weiterer Baustein im Ausbau der US-Produktion.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate aus Goochland County
Der Standort entsteht im Goochland County westlich von Richmond. Produziert werden sollen Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Diese Medikamente koppeln einen Antikörper an eine zellschädigende Substanz. Der Antikörper steuert den Wirkstoff gezielt zu Krebszellen, gesundes Gewebe soll dadurch besser geschont werden. Die Wirkstoffklasse wird zudem für Autoimmunerkrankungen und weitere Leiden erforscht.
Eine Besonderheit hebt das Unternehmen hervor: Es wäre der erste Lilly-Standort, an dem sowohl der pharmazeutische Wirkstoff als auch das fertige Medikament in einer vollständig integrierten Anlage entstehen. Konzernchef David A. Ricks betont den Heimatbezug. Mit der Investition könne Lilly diese Medikamente direkt in Amerika herstellen.
Jobs, Training und KI
Allein in Virginia erwartet Lilly 650 hoch qualifizierte Dauerarbeitsplätze, etwa für Ingenieure, Wissenschaftler und Labortechniker. Während Bau und Hochlauf sollen rund 1.800 weitere Stellen hinzukommen. Für den Fachkräftenachwuchs stellt der Konzern 40 Millionen Dollar für ein Ausbildungsnetzwerk bereit. Das zugehörige Trainingszentrum soll 2028 eröffnen.
Im Betrieb setzt Lilly auf künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und automatisierte digitale Systeme. Sie sollen die Abläufe verbessern und eine gleichbleibend hohe Qualität sichern.
Das Projekt reiht sich in eine lange Serie ein. Seit 2020 hat Lilly zehn neue Produktionsstandorte in den USA angekündigt, fünf davon für pharmazeutische Wirkstoffe. Die Gesamtinvestitionen in die heimische Fertigung übersteigen inzwischen 50 Milliarden Dollar.
Aktie auf Rekordniveau
An der Börse reagierte das Papier zunächst kaum. Auf Tradegate notierte die Aktie zur Mittagszeit nahezu unverändert bei 1.165 Euro. Ein Analyst, dessen Schätzung auf einer Derivateplattform ausgewiesen wird, sieht ein Kursziel von 1.372,02 Dollar. Das entspräche einem Aufschlag von rund 5 Prozent.
Die Investition belegt vor allem, wie stark Lilly auf Kapazitäten für künftige Wachstumsfelder setzt. Der Baustart in Virginia ist der Beginn, das Trainingszentrum soll 2028 den Betrieb aufnehmen.
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