Enapter holt sich frisches Geld bei den Aktionären. Der Vorstand hat heute mit Zustimmung des Aufsichtsrats die im August angekündigte Kapitalerhöhung beschlossen. Ein strategischer Investor aus Hongkong sichert die Maßnahme zu großen Teilen ab.
Bezugsangebot im Verhältnis 2:1
Es sollen bis zu 13.017.479 neue Aktien aus dem Genehmigten Kapital 2025 ausgegeben werden. Der Bezugspreis liegt bei 1,00 Euro je Aktie. Bei vollständiger Platzierung fließen dem Unternehmen brutto rund 13 Millionen Euro zu.
Aktionäre erhalten das Bezugsrecht im Verhältnis 2:1: Zwei alte Aktien berechtigen zum Bezug einer neuen. Ein Überbezug ist möglich. Die Bezugsfrist läuft vom 4. bis zum 18. November 2026, abgewickelt wird das Angebot über die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank. Nicht gezeichnete Aktien kann die Gesellschaft frei verwerten.
Backstop durch RS Energy Technology
Als Absicherung dient eine Vereinbarung mit der RS Energy Technology Limited, einem Unternehmen der Runshihua-Gruppe. Der Investor verpflichtet sich, nicht platzierte Aktien zum Bezugspreis zu zeichnen, und zwar im Umfang von bis zu 12 Millionen Euro. Die Grenze liegt bei 25 Prozent minus einer Aktie am Grundkapital nach der Kapitalerhöhung.
Damit ist der Großteil des Emissionsvolumens abgedeckt, selbst wenn die Altaktionäre zurückhaltend bleiben. Zugleich könnte der Investor bei geringer Beteiligung der Bestandsaktionäre einen spürbaren Anteil an Enapter aufbauen, wenn auch unterhalb der Schwelle von 25 Prozent.
Geld für Schulden und Betriebskapital
Der Nettoerlös soll zu wesentlichen Teilen bestehende Verbindlichkeiten tilgen. Der Rest fließt in das Working Capital. Investitionen in Wachstum oder Technik stehen damit nicht im Vordergrund; die Maßnahme dient vor allem der finanziellen Stabilisierung des Elektrolyseur-Herstellers.
Die Zulassung der neuen Aktien im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) wird beantragt. Für das öffentliche Angebot erstellt Enapter ein Informationsdokument, das auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens veröffentlicht werden soll. In den USA, Kanada und Japan werden keine Aktien angeboten.
Mit dem Start der Bezugsfrist am 4. November beginnt nun der Test, wie viele Altaktionäre mitziehen. Am 18. November endet die Frist.
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