Nach einer schmerzhaften Prognosesenkung im vergangenen Jahr überrascht Energiekontor nun mit einer verdoppelten Dividende. Der Wind- und Solarparkentwickler zieht Konsequenzen aus den jüngsten Projektverzögerungen und forciert einen strategischen Umbau. Statt sich allein auf volatile Verkäufe zu verlassen, rückt der konzerneigene Anlagenbestand massiv in den Fokus.
Stabilität statt Volatilität
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 40,5 Millionen Euro. Damit landete Energiekontor am oberen Ende der zuvor korrigierten Zielspanne. Behördliche Verzögerungen und fehlende Netzanschlüsse in Großbritannien hatten das ursprüngliche EBT-Ziel von bis zu 90 Millionen Euro im Jahresverlauf zunichtegemacht.
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Als Antwort auf diese regulatorischen Unsicherheiten, zu denen auch die unklare Ausgestaltung des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ab 2027 zählt, baut das Management nun ein stabiles Gegengewicht auf. Der konzerneigene Bestand soll verlässliche Cashflows liefern und die Abhängigkeit vom Timing einzelner Projektabschlüsse spürbar reduzieren.
Massive Ausweitung der Bauprojekte
Das Tempo dieses strategischen Schwenks zeigt sich deutlich in den operativen Kennzahlen. Zum Jahreswechsel verzeichnete das Unternehmen einen signifikanten Zuwachs bei den baureifen Anlagen:
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- 640 Megawatt Erzeugungsleistung im Bau oder mit gesicherter Finanzierung (Plus 70 Prozent gegenüber 2024)
- 34 neue Baugenehmigungen mit knapp 1,2 Gigawatt Leistung
- Gesamte Projektpipeline auf 12,2 Gigawatt angewachsen
Im laufenden Jahr 2026 fließen drei weitere Projekte mit über 120 Megawatt in den Eigenbestand, darunter zwei Solarparks in Mecklenburg-Vorpommern mit langfristigen Stromabnahmeverträgen (PPAs). Mittelfristig soll das eigene Portfolio durch laufende Repowering-Maßnahmen und Neubauten auf über 680 Megawatt klettern.
Aktionäre profitieren von der operativen Erholung unmittelbar durch die vorgeschlagene Ausschüttung von 1,00 Euro je Anteilsschein. Gelingt es Energiekontor, die gewaltige Pipeline trotz regulatorischer Hürden effizient abzuarbeiten und den Eigenbestand wie geplant zu skalieren, rückt das bestätigte Langfristziel in greifbare Nähe. Für das Jahr 2028 peilt das Management weiterhin ein Vorsteuerergebnis von 120 Millionen Euro an.
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