Der Windkraft-Pionier aus Bremen vollzieht eine bemerkenswerte Transformation: Mit der Inbetriebnahme des Solarparks Königsfeld wächst die Solarsparte von Energiekontor auf 20 Prozent des Eigenportfolios. Was einst ein reiner Windkraft-Spezialist war, entwickelt sich zu einem diversifizierten Erneuerbaren-Kraftwerk. Doch kann diese Strategie die schwächelnde Aktienperformance drehen?

Schwarzwald-Projekt als Meilenstein

Der neue Solarpark im Schwarzwald-Baar-Kreis katapultiert Energiekontor auf eine Gesamterzeugungsleistung von 450 Megawatt im Eigenbestand. Besonders clever: Das Unternehmen sicherte sich einen langfristigen Stromabnahmevertrag mit dem Chemieparkbetreiber Currenta.

Diese Power Purchase Agreements (PPAs) sind Gold wert, denn sie garantieren planbare Einnahmen über Jahre hinweg – völlig unabhängig von staatlichen Förderungen oder Marktpreisschwankungen.

Pipeline verspricht Verdopplung

Die Wachstumsstory ist längst nicht zu Ende erzählt:

  • Sieben weitere Parks stehen bereits in der Bau- oder Vorbereitungsphase
  • 200 Megawatt zusätzliche Leistung sollen diese Projekte liefern
  • Strategisches Ziel: Mindestens 650 Megawatt Gesamtleistung im Eigenbestand

Das würde eine Verdopplung der aktuellen Kapazitäten bedeuten – ein ambitionierter Plan, der das Geschäftsmodell von Energiekontor grundlegend verändert.

Vom Projektierer zum Kraftwerksbetreiber

Mit dem forcierten Ausbau des Eigenbestands wandelt sich Energiekontor vom klassischen Projektierer zu einem langfristig planenden Kraftwerksbetreiber. Statt einmaliger Projekterlöse fließen nun kontinuierliche Betriebseinnahmen – ein Modell, das Investoren gerade in unsicheren Zeiten schätzen dürften.

Die Diversifikation vom Wind- zum Solar-Solar-Mix zeigt strategische Weitsicht. Während die Windkraft wetterabhängig schwankt, können Solaranlagen bei entsprechender geografischer Verteilung stabilere Erträge liefern.

Ob diese operative Stärke auch die Kursentwicklung stabilisiert, hängt davon ab, wie schnell die Pipeline-Projekte realisiert werden können. Mit sieben Projekten in der Entwicklung hat Energiekontor jedenfalls genug Munition für weiteres Wachstum.