Enphase Energy will sich neu erfinden. Der Solarspezialist setzt zunehmend auf die Stromversorgung von KI-Rechenzentren – ein Markt, der das Unternehmen weit über sein angestammtes Geschäft mit privaten Solaranlagen hinausführen könnte.
Ein Analyst von TD Cowen hat den Kurs nun verdoppelt. Jeff Osborne hob das Kursziel auf 70 Dollar an, blieb aber bei „Halten“. Der Grund: Enphase hat einen Festkörpertransformator vorgestellt – den IQ SST. Das Gerät liefert 1,25 Megawatt Leistung bei einem Wirkungsgrad von 98,5 Prozent. Eine Pilotphase ist für 2027 geplant, die Massenproduktion soll 2028 anlaufen.
Die Zahlen klingen vielversprechend. Branchendaten zufolge könnte der Markt für solche Technologien in KI-Rechenzentren in den nächsten fünf Jahren auf über 11 Gigawatt anwachsen. Enphase positioniert sich damit im milliardenschweren Infrastrukturboom der Tech-Branche.
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Kursrutsch trotz positiver Aussichten
Der Aktie half das bislang wenig. Am Dienstag fiel der Kurs um 5,69 Prozent auf 46,13 Euro. Das Papier liegt damit 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 63,20 Euro, das Ende Mai erreicht wurde. Gleichzeitig ist die Aktie seit Jahresbeginn um über 60 Prozent gestiegen – ein Indiz für die hohe Volatilität.
Der RSI liegt bei 47,7 – weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt knapp 125 Prozent. Das ist extrem und zeigt: Anleger reagieren stark auf jede Nachricht.
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Experten beobachten gespannt, wie schnell Enphase den Wandel von der Privathaussolaranlage zur Industrie-Stromlösung schafft. Bislang bleibt die Analystenmeinung verhalten – der Konsens liegt bei „Halten“. Der Markt wartet auf konkrete Ergebnisse, nicht nur auf Ankündigungen.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA helfen dabei. Steuervergünstigungen für erneuerbare Energien treiben weiterhin den Ausbau voran. Solaranlagen haben laut US-Energiebehörde FERC einen erheblichen Anteil an den neuen Kapazitäten im Stromnetz.
Für Enphase geht es nun darum, den Spagat zu meistern: das angestammte Solargeschäft bedienen und gleichzeitig in den Milliardenmarkt der KI-Infrastruktur vorstoßen. Die Pilotprojekte 2027 werden zeigen, ob die Technologie hält, was Analysten und Management versprechen.
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