Ethereum hat eine turbulente Woche hinter sich. Am 6. Juni fiel der Kurs auf ein 14-Monatstief von rund 1.512 Dollar — und verlor damit kurzzeitig sogar den zweiten Platz im Krypto-Ranking an den Stablecoin Tether. Inzwischen hat sich ETH erholt und notiert bei rund 1.670 Dollar, ein Tagesplus von gut 6 Prozent. Der RSI liegt mit 25,8 tief im überverkauften Bereich.
Lubin verteidigt den Umbau der Ethereum Foundation
Inmitten des Kursrutsches meldete sich Ethereum-Mitgründer Joe Lubin zu Wort. Er wies Berichte über eine Krise der Ethereum Foundation zurück und bezeichnete die laufenden Budgetkürzungen und Personalabgänge als bewusste „Kurskorrektur“. Die Stiftung konzentriere sich künftig ausschließlich auf die Kernprotokollentwicklung. Kommerzielle Expansion und institutionelle Adoption sollen unabhängige Organisationen übernehmen.
Lubin argumentiert, die Trennung von Protokollpflege und Kommerzialisierung sei notwendig, um die „glaubwürdige Neutralität“ des Netzwerks langfristig zu sichern. Das Netzwerk verarbeitet täglich rund zwei Millionen Transaktionen — trotz des Umbaus läuft der Betrieb stabil. Als nächsten großen Wachstumstreiber sieht Lubin sogenannten „Agentic Commerce“: KI-Agenten, die eigenständig On-Chain-Transaktionen ausführen.
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Wale kaufen, ETFs bluten
Während Kleinanleger zögerten, schlugen große Adressen zu. On-Chain-Daten zeigen, dass ein einzelner Großinvestor zwischen dem 6. und 8. Juni rund 35.700 ETH zu einem Durchschnittspreis von 1.563 Dollar akkumulierte — kurz nachdem er eine größere Position nahe 2.040 Dollar verkauft hatte. Parallel dazu bewegte Lubin selbst 110.000 ETH aus einer eigenen Wallet in ein Sky-Protocol-Vault (ehemals MakerDAO), um eine Liquidation zu vermeiden. Die Coins wurden nicht am Markt verkauft, sondern als Sicherheit hinterlegt.
Das institutionelle Bild sieht weniger ermutigend aus. Ethereum-Spot-ETFs verzeichneten 17 Handelstage in Folge Mittelabflüsse — insgesamt über 870 Millionen Dollar. Das verwaltete Vermögen dieser Produkte sank von einst 30 Milliarden auf rund 8,7 Milliarden Dollar. Der Crypto Fear & Greed Index fiel zwischenzeitlich auf 8 — „extreme Angst“.
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DeFi unter Druck
Auch im DeFi-Sektor gibt es Bewegung. Balancer Labs, ein bekanntes dezentrales Handelsprotokoll, löst seine gewinnorientierte Gesellschaft auf — Folge eines früheren Hacks. DAO und Stiftung führen das Protokoll weiter.
Exchange-Zuflüsse stiegen auf 2,24 Millionen ETH, den höchsten Stand seit vier Monaten. Das deutet darauf hin, dass ein Teil der Halter Positionen auf Handelsplattformen verschiebt — ob zur Absicherung oder zum Verkauf, bleibt offen.
Die Marke von 1.500 Dollar hat vorerst gehalten. Ob das reicht, zeigt sich, wenn die ETF-Abflüsse abreißen — oder eben nicht. Der nächste Test dürfte der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 2.160 Dollar sein, von dem Ethereum derzeit noch mehr als 22 Prozent entfernt liegt.
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