Der Nasdaq-notierte Fusionspartner Critical Metals Corp musste am Dienstag einen herben Rückschlag von der Analystenseite hinnehmen. Freedom Broker stufte die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurück und kappte das Kursziel drastisch von 17,00 auf 8,00 US-Dollar.

Grund seien Berichte, wonach die Entwicklung des Seltene-Erden-Projekts Tanbreez hinter dem Zeitplan der wirtschaftlichen Bewertung aus 2025 zurückbleibe. Für European Lithium ist das eine unangenehme Nachricht, denn das Schicksal der Aktie hängt inzwischen eng am Erfolg des geplanten Zusammenschlusses.

Gegenläufig positionierte sich Cantor Fitzgerald, das die Coverage von Critical Metals Corp am selben Tag mit einem „Speculative Buy“ und einem Kursziel von 18,00 US-Dollar aufnahm. Die Bank verweist auf das erhebliche Ressourcenwachstumspotenzial von Tanbreez, trotz der branchenweiten Volatilität.

Die gegensätzlichen Einschätzungen zeigen, wie unterschiedlich der Markt das Projekt derzeit bewertet – und wie stark diese Unsicherheit auf European Lithium durchschlägt, dessen Übernahme durch Critical Metals bei Vollzug rund 835 Millionen US-Dollar wert ist.

Fusion bleibt auf Kurs, Bewertung wackelt

Critical Metals Corp bestätigte am Montag, dass die geplante All-Stock-Übernahme weiterhin für die zweite Jahreshälfte 2026 angesetzt ist, vorbehaltlich gerichtlicher und aktionärsseitiger Zustimmung. Die Konditionen stehen bereits fest: European-Lithium-Aktionäre erhalten für jede gehaltene Aktie 0,035 Anteile von Critical Metals, um Überkreuzbeteiligungen aufzulösen.

Vor gut einem Monat hatten beide Seiten zudem eine Änderungsvereinbarung zur Scheme Implementation Deed unterzeichnet, die Kleinaktionären eine Verkaufsfazilität einräumt – sie können Barmittel aus dem Verkauf ihrer zugeteilten Fusionsaktien erhalten, statt die Nasdaq-notierten Papiere selbst zu halten. Seither hat der Kurs von European Lithium rund 20,3 Prozent verloren.

Diese Entwicklung ist bezeichnend: Solange die Bewertung von Critical Metals unter Druck steht, drückt das direkt auf den Wert der künftigen Tauschaktien und damit auf die Attraktivität der gesamten Transaktion für European-Lithium-Anleger.

Bilanz bleibt solide, Kurs bleibt volatil

Fundamental steht European Lithium nicht schlecht da. Im Quartalsbericht zum 30. Juni wies das Unternehmen einen Barmittelbestand von 296,3 Millionen australischen Dollar aus und hielt zu diesem Zeitpunkt 45.536.338 Stammaktien von Critical Metals Corp. Diese Position verbindet das Schicksal beider Unternehmen noch enger, als es der reine Fusionsplan ohnehin schon tut.

Am Dienstag schloss die Aktie bei 0,1870 Euro, ein Rückgang von 1,79 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,85 Prozent, was die Nervosität rund um die widersprüchlichen Analystensignale widerspiegelt.

Anleger dürften nun genau beobachten, ob sich die Tanbreez-Verzögerungen in den kommenden Wochen weiter auf die Bewertung von Critical Metals – und damit auf den Wert der Fusion für European-Lithium-Aktionäre – auswirken.