Anleger blicken am heutigen Mittwoch mit Spannung auf den niederösterreichischen Energie- und Infrastrukturdienstleister EVN. Am morgigen Donnerstag wird das Unternehmen seinen Bericht für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2025/26 vorlegen.
Im Zentrum des Interesses steht dabei die Frage, ob der Konzern seine bisherige Prognose für das Gesamtjahr bekräftigen kann. Bisher rechnet das Management mit einem Konzernergebnis in einer Spanne von 430 bis 480 Millionen Euro.
Stabilität in der Energieversorgung
Die kommenden Zahlen am Donnerstag werden zeigen, wie sich die operative Entwicklung in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gestaltet hat. Marktteilnehmer achten dabei besonders darauf, ob die angestrebten Gewinnziele trotz der Herausforderungen am Energiemarkt erreichbar bleiben.
Die Bestätigung der Jahresprognose gilt als wichtiger Indikator für die Stabilität des Geschäftsmodells. Ein detaillierter Ausblick auf das gesamte Jahr wird schließlich mit dem Jahresfinanzbericht erwartet, dessen Veröffentlichung für den 16. Dezember geplant ist.
Neben den kurzfristigen Finanzdaten treibt der Konzern seine langfristigen Infrastrukturprojekte massiv voran. In einem Gespräch am gestrigen Dienstag betonte Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz die Bedeutung der Trinkwasserversorgung für die Region.
Das Unternehmen plant in diesem Sektor Investitionen in Höhe von insgesamt 400 Millionen Euro. Ein Kernpunkt dieser Strategie ist das Großprojekt der Waldviertelleitung. Diese neue Trasse soll von Krems nach Zwettl führen und die regionale Versorgungssicherheit dauerhaft gewährleisten.
Strategische Weichenstellungen bis 2030
Parallel zum Ausbau der Wasserwege investiert das Unternehmen in die Modernisierung der Energienetze. Wie Medienberichten am Sonntag zu entnehmen war, hat der Konzern seine Ziele für den Ausbau von Batteriespeichern konkretisiert.
Bis zum Jahr 2030 soll die Kapazität auf 300 Megawatt gesteigert werden. Diese Anlagen spielen eine entscheidende Rolle für die Energiewende, da sie die Volatilität der Stromerzeugung aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen ausgleichen können.
Auch im Bereich der nachhaltigen Mobilität erzielt das Haus Fortschritte. Medienberichten vom 13. August zufolge behauptet das Unternehmen seine Marktführerschaft bei E-Ladesäulen in Österreich. Diese Position spiegelt sich auch in internationalen Bewertungen wider.
Im aktuellen S&P Global CSA Score erreichte der Konzern 54 Punkte. Damit liegt der Wert deutlich über dem Branchendurchschnitt von 41 Punkten, was die Bemühungen im Bereich der Nachhaltigkeit unterstreicht.
Zusätzlich zur großflächigen Infrastruktur setzt die Tochtergesellschaft EVN Wasser punktuelle Akzente in der Qualitätsverbesserung. Am 18. August wurde bekannt, dass im Oktober die achte Naturfilteranlage in Reisenberg ihren Betrieb aufnehmen wird.
Das Investitionsvolumen für dieses Projekt beläuft sich auf 9,4 Millionen Euro. Die Anlage dient dazu, die Wasserhärte für die regionalen Abnehmer spürbar zu reduzieren und ergänzt damit die laufenden Initiativen zur Absicherung der Versorgungsqualität.
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