Vorwurf der irreführenden Produktpräsentation

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat die Social-Media-Werbung des Pharmaunternehmens Evolus für dessen Präparat Jeuveau scharf kritisiert. In einem sogenannten Untitled Letter vom 28. September warf die Behörde dem Unternehmen vor, das verschreibungspflichtige Medikament auf der Plattform Instagram irreführend und unter unzulässigen Angaben präsentiert zu haben. Nach Einschätzung der Aufseher verletzen die veröffentlichten Inhalte die Kennzeichnungsvorschriften für verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Im Zentrum der behördlichen Beanstandung steht ein kurzes Video im Reel-Format auf Instagram. Die FDA bemängelte, dass die Darstellung die notwendige Unterscheidung zwischen einem verschreibungspflichtigen Medikament und frei verkäuflichen Kosmetikprodukten verwische.

Durch diese Verharmlosung bestehe die Gefahr, dass Verbraucher die medizinischen Risiken der Behandlung nicht ausreichend wahrnehmen. Zudem wies die Behörde spezifische Werbeaussagen über das Ausmaß der Ergebnisse sowie den schnellen Wirkungseintritt zurück.

Die Aufsichtsbehörde forderte Evolus zu unverzüglichen Korrekturmaßnahmen auf und setzte eine Frist von 15 Werktagen nach Erhalt für eine schriftliche Stellungnahme.

Untersuchung durch Anwaltskanzlei eingeleitet

Die regulatorische Rüge der US-Behörde blieb nicht ohne Folgen im Marktumfeld. Am Dienstag kündigte die Kanzlei Pomerantz LLP an, eine Untersuchung im Namen von Evolus-Investoren eingeleitet zu haben. Die Kanzlei prüft mögliche Ansprüche der Aktionäre im Zusammenhang mit den beanstandeten Werbepraktiken.

Ein tatsächliches Fehlverhalten von Evolus wurde mit dieser Ankündigung allerdings nicht festgestellt. Solche Schritte von Anlegerkanzleien folgen in den Vereinigten Staaten regelmäßig auf Mitteilungen der FDA, um eventuelle Schadensersatzansprüche auszuloten.

Evolus sieht sich damit vor eine doppelte Aufgabe gestellt. Das Unternehmen muss gegenüber der Behörde nachweisen, dass die Beanstandungen bei der Vermarktung von Jeuveau behoben werden. Gleichzeitig gilt es, mögliche Rechtsrisiken nach der Ankündigung der Vorprüfung im Blick zu behalten.

Soziale Initiative und Entwicklung der Aktie

Ungeachtet der aufsichtsrechtlichen Auseinandersetzung stellte Evolus am 1. Oktober ein Projekt im Bereich der Unternehmensverantwortung vor. Mit dem Start der wohltätigen Plattform Wings by Evolus will das Unternehmen wichtige gesellschaftliche Anliegen unterstützen. Das erste Vorhaben kooperiert mit der Organisation Look Good Feel Better und läuft über den gesamten Monat vom 1. Oktober bis zum 31. Oktober 2026.

Am Aktienmarkt reagierte das Papier nach den jüngsten Belastungen mit einer Erholung. Vor rund einem Monat hatte bereits ein Insider-Verkauf von Aktien für Abgabedruck gesorgt. Am gestrigen Mittwoch legte der Kurs der Evolus-Aktie um 5,4 Prozent zu und schloss bei 6,92 Euro. Trotz der behördlichen Vorgaben und der juristischen Prüfung behauptet der Titel seit Jahresanfang ein Kursplus von 22 Prozent.