Evonik: 475 Millionen EBITDA schlägt Konsens

Evonik verzeichnet im ersten Quartal 2026 einen Gewinneinbruch, übertrifft aber die Analystenerwartungen und gibt einen optimistischen Ausblick für das zweite Quartal.

Evonik Aktie
Kurz & knapp:
  • EBITDA übertrifft Konsens um sechs Prozent
  • Umsatzrückgang durch negative Währungseffekte
  • Optimistischer Ausblick dank Methionin-Preisen
  • Aktie legt nach Quartalszahlen deutlich zu

Weniger Umsatz, deutlich weniger Gewinn — und trotzdem steigt die Aktie. Evonik lieferte zum Auftakt 2026 ein Quartal, das schlechter war als das Vorjahr, aber besser als befürchtet. Das reicht den Märkten offenbar.

Besser als erwartet, schlechter als ein Jahr zuvor

Das bereinigte EBITDA fiel im ersten Quartal auf 475 Millionen Euro — gegenüber 560 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ein spürbarer Rückgang. Allerdings hatten Analysten im Schnitt nur 448 Millionen Euro erwartet; Evonik übertraf diesen Konsens um sechs Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 13,9 Prozent, der Konsens hatte 12,8 Prozent veranschlagt.

Der Umsatz gab um neun Prozent auf 3,43 Milliarden Euro nach. Dabei war der Haupttreiber kein operativer Einbruch, sondern ein fünfprozentiger negativer Währungseffekt. Die Absatzmenge sank lediglich um zwei Prozent. Der auf Aktionäre entfallende Überschuss brach allerdings um fast die Hälfte auf 125 Millionen Euro ein.

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Methionin gibt Rückenwind für Q2

Für das zweite Quartal erwartet Evonik ein bereinigtes EBITDA von mindestens 550 Millionen Euro — das wäre mehr als die 509 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum. Treiber ist vor allem Methionin: Der Futtermittelzusatzstoff erzielt bessere Preise als erwartet.

Die Jahresprognose bleibt unverändert. Evonik hält an einem bereinigten EBITDA zwischen 1,7 und 2 Milliarden Euro für 2026 fest — trotz anhaltender Branchenkrise und der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs. Der Branchenverband VCI rechnet für das laufende Jahr mit stagnierender Produktion in der deutschen Chemiebranche.

Parallel dazu schreitet der Stellenabbau voran. Rund 1.000 Stellen sollen 2026 durch Sparprogramme wegfallen; Ende März beschäftigte Evonik noch etwa 30.600 Menschen, nach über 31.000 ein Jahr zuvor.

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Analysten sehen Spielraum nach oben

Jefferies-Analystin Helena Xu sprach von starken Zahlen und guter Geschäftsdynamik. Goldman-Sachs-Analystin Georgina Fraser wertet die konservative Jahresprognose als angemessen — und sieht darin sogar Potenzial für eine später optimistischere Einschätzung, sollte das Umfeld stabil bleiben.

Die Aktie legte am Freitag auf XETRA zeitweise um rund 2,8 Prozent auf 17,44 Euro zu. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 31 Prozent gewonnen und notiert damit deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 14,82 Euro.

Am 3. Juni trifft sich Evonik zur Hauptversammlung in Essen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die neue Dividendenpolitik: Künftig soll die Ausschüttung zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses liegen. Als Übergangsdividende für 2025 schlägt der Vorstand 1,00 Euro je Aktie vor — die Aktionäre stimmen darüber ab.

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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