Evonik hält an der Ablehnung des BASF-Übernahmeangebots von 24 Euro je Aktie fest. Interimschef Claus Rettig bekräftigte am Donnerstag gegenüber der FAZ den Anspruch auf Eigenständigkeit. Er erklärte, Evonik könne die von BASF gebotene Leistung mit der eigenen Planung übertreffen.

Verhandlungen abgelehnt, Austausch möglich

Der Vorstand hatte am 30. Oktober nach Prüfung des BASF-Schreibens Verhandlungen über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot abgelehnt. Zugleich erklärte er sich zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch bereit. Rettigs Äußerungen gegenüber der FAZ folgten auf diese Entscheidung des Vorstands.

Die DZ Bank stufte Evonik am Dienstag von „Kaufen“ auf „Halten“ ab und beließ den fairen Wert bei 22 Euro. Das Analysehaus begründete die Herabstufung mit begrenzten Chancen auf eine höhere BASF-Übernahmeprämie. Nach dem abgelehnten Angebot sah es zudem ein größeres Rückschlagsrisiko.

Die Aktie schloss am Freitag bei 21,42 € und damit unter dem von BASF gebotenen Preis.

Ergebnisentwicklung und Ausbau in Essen

Im Quartalsbericht Q3 2026 meldete Evonik für Juli bis September einen Anstieg des bereinigten EBITDA um 40 Prozent. Das Ergebnis erreichte 629 Millionen €. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein Ergebnis in der oberen Hälfte der Prognosespanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden €.

Am Dienstag berichtete Evonik außerdem über eine Investition von 52 Millionen Euro in den Ausbau seiner Silikone-Plattform in Essen. Eine neue Produktionsanlage und ein Tanklager wurden fertiggestellt. Die Anlage erhöht nach Unternehmensangaben die Kapazitäten für organomodifizierte Silikone.