Der Spezialchemiekonzern Evonik öffnet morgen seine Bücher und steht vor einer Bewährungsprobe. Nach einem schwachen Geschäftsjahr 2025 und der angekündigten Dividendenkürzung blicken Anleger gespannt auf den vollständigen Geschäftsbericht. Gelingt dem Management mit dem laufenden Sparprogramm und der Neuausrichtung die Wende oder trübt der Ausblick für 2026 die Stimmung weiter ein?
Trübe Bilanz belastet den Kurs
Die vorläufigen Zahlen zeichnen bereits das Bild eines schwierigen Jahres. Der Umsatz gab um rund 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro nach, während das bereinigte EBITDA um 9 Prozent auf 1,874 Milliarden Euro sank. Zwar konnte der Nettoüberschuss leicht auf 265 Millionen Euro gesteigert werden, das bereinigte Nettoergebnis schrumpfte jedoch deutlich.
Diese fundamentale Schwäche spiegelt sich im Aktienkurs wider. Das Papier schloss gestern bei 14,30 Euro und hat auf Sicht von zwölf Monaten 25,81 Prozent an Wert eingebüßt. Der Markt hat die operativen Probleme und das schwierige Umfeld der europäischen Chemieindustrie somit bereits weitgehend eingepreist.
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Dividende sinkt, Sparzwang steigt
Um die finanzielle Flexibilität zu erhöhen, greift der Vorstand zu einer unpopulären Maßnahme: Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 soll auf 1,00 Euro je Aktie sinken, nachdem zuletzt noch 1,17 Euro ausgeschüttet wurden. Strategisch plant Evonik künftig eine Ausschüttungsquote zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses. Wichtige Rückendeckung für diesen Kurswechsel erhält das Management von der RAG-Stiftung, die als größter Anteilseigner 45 Prozent der Aktien hält.
Parallel dazu treibt der Konzern das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ voran. Bis 2026 sollen jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro realisiert werden. Der Preis dafür ist hoch: Weltweit fallen bis zu 2.000 Stellen weg, davon rund 1.500 in Deutschland. Zudem wurde die Chemiepark-Betreibergesellschaft SYNEQT verselbstständigt, um Strukturen zu verschlanken.
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Baustellen im Management und Ausblick
Neben den operativen Herausforderungen gibt es auch personelle Lücken. Die Position des Finanzvorstands (CFO) ist seit September 2025 unbesetzt. Eine Klärung dieser Personalie bis zur Hauptversammlung 2026 wird von Marktbeobachtern als wichtiges Signal für die Stabilität der Konzernführung erwartet.
Für das laufende Jahr 2026 rechnet Evonik weiterhin mit Gegenwind durch hohe Energiekosten und globalen Wettbewerb. Das Management prognostiziert ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Mittelfristig bleibt das Ziel bestehen, eine Kapitalrendite (ROCE) von 11 Prozent zu erreichen.
Der morgige 4. März liefert mit der offiziellen Guidance die entscheidenden Details für die kommenden Monate. Im Anschluss folgen die Quartalsmitteilung für das erste Quartal am 8. Mai und die virtuelle Hauptversammlung am 3. Juni, auf der final über die neue Dividendenpolitik abgestimmt wird.
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