Der Spezialchemiekonzern Evonik versucht derzeit den schwierigen Spagat zwischen technologischem Fortschritt und harten Sparmaßnahmen. Während das Essener Unternehmen mit einem neuen Hochleistungs-Katalysator seine Innovationskraft demonstriert, zeugen sinkende Umsätze und eine gekappte Dividende von den strukturellen Problemen der Branche. Kann das laufende Transformationsprogramm das Ruder rechtzeitig herumreißen?
Innovation im Schatten der Bilanz
Mit der Einführung des Chloridadsorbers Chlorocel™ 909 für die Raffinerieindustrie sendet Evonik ein klares operatives Signal. Das Produkt verspricht eine um 15 Prozent höhere Kapazität gegenüber bisherigen Lösungen und verlängert die Wartungszyklen für Kunden. Doch die technologischen Fortschritte können die wirtschaftlichen Herausforderungen kaum überdecken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 schrumpfte der Konzernumsatz um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte mit 1,87 Milliarden Euro zwar die eigene Prognose, doch die operativen Segmente verzeichneten spürbare Margenrückgänge, vor allem bedingt durch niedrigere Verkaufsvolumina und negative Währungseffekte.
Als Reaktion auf das anspruchsvolle Marktumfeld passt das Management die Ausschüttungspolitik an und bricht mit der bisherigen Kontinuität. Für 2025 schlägt der Vorstand eine reduzierte Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, nachdem im Vorjahr noch 1,17 Euro gezahlt wurden. Künftig sollen nur noch 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns an die Aktionäre fließen. An der Börse spiegelt sich diese nüchterne Realität wider: Die Aktie gab heute leicht um 1,27 Prozent auf 14,04 Euro nach. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein deutliches Minus von über 33 Prozent zu Buche, womit das Papier spürbar unter der 200-Tage-Linie von 15,04 Euro notiert.
Harter Sparkurs als Ausweg
Um der anhaltenden Konjunkturflaute, globalen Überkapazitäten und den hohen Energiepreisen in der deutschen Chemieindustrie zu begegnen, forciert Evonik sein Transformationsprogramm. Bis zum Jahresende sollen weltweit bis zu 2.000 Stellen abgebaut werden, der Großteil davon in Deutschland. Die auf zwei Hauptsegmente verschlankte Konzernstruktur zielt auf jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro ab. Erschwerend hinzu kommen derzeit die stockenden Tarifverhandlungen in der Chemiebranche, die Ende März fortgesetzt werden und potenziell weitere Kostenrisiken bergen.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management weiterhin mit einem bereinigten EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Die erfolgreiche Umsetzung des massiven Stellenabbaus und die Marktakzeptanz neuer margenstarker Produkte wie Chlorocel™ 909 sind nun die entscheidenden Faktoren, um diese Zielspanne abzusichern. Konkrete Erkenntnisse zur aktuellen operativen Entwicklung liefert die Quartalsmitteilung für das erste Jahresviertel, die Evonik am 8. Mai veröffentlichen wird.
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