Evonik Aktie: Leichtes Zittern!

Der Spezialchemiekonzern erreicht sein EBITDA-Ziel für 2025, senkt jedoch die Dividende und korrigiert die Umsatzprognose für 2026 nach unten. Das Transformationsprogramm soll die schwache Kapitalrendite verbessern.

Evonik Aktie
Kurz & knapp:
  • Erreichtes EBITDA-Ziel bei 1,87 Milliarden Euro
  • Dividende sinkt auf 1,00 Euro je Aktie
  • Umsatzerwartung für 2026 nach unten korrigiert
  • Transformationsprogramm mit Stellenabbau gestartet

Gewinnziel erreicht, Dividende gesenkt, Umsatzerwartung nach unten korrigiert — Evonik liefert ein klassisch zweischneidiges Jahresergebnis. Der Spezialchemiekonzern hat 2025 operativ stabilisiert, kämpft aber weiter mit strukturellen Baustellen, die den Titel belasten.

Solide Zahlen, schwaches Kapitalrendite-Bild

Das bereinigte EBITDA von 1,87 Milliarden Euro trifft die eigene Zielvorgabe. Der Free Cashflow von 695 Millionen Euro und eine Cash-Conversion-Rate am oberen Ende der Zielspanne unterstreichen, dass das operative Geschäft funktioniert. Beim Umsatz hingegen gab es einen Rückgang um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro.

Das eigentliche Problemfeld bleibt die Kapitalrendite. Ein Return on Capital Employed von 6,1 Prozent liegt weit entfernt vom mittelfristigen Ziel von 11 Prozent — eine Lücke, die Evonik schon länger mit sich trägt und die das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ schließen soll.

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Das Programm sieht bis 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro vor, finanziert vor allem durch den Abbau von bis zu 2.000 Stellen weltweit, davon rund 1.500 in Deutschland. Etwa 80 Prozent der Einsparungen entfallen auf Personalkosten.

Dividendenkürzung und neuer Ausblick

Ein klares Signal an die Kapitalmärkte: Die Dividende sinkt für 2025 auf 1,00 Euro je Aktie, nach 1,17 Euro im Vorjahr. Gleichzeitig verabschiedet sich Evonik von seiner bisherigen Kontinuitätspolitik und stellt ab 2026 auf eine Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns um. Die Hauptversammlung am 3. Juni stimmt darüber ab.

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Für 2026 hält das Management die EBITDA-Spanne von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro aufrecht, senkt aber die Umsatzerwartung auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro. Hohe Energiepreise, globale Überkapazitäten und eine schwache Konjunktur bleiben die zentralen Gegenwindfaktoren.

MetAMINO® als Hebel gegen den Margendruck

Gegen die sinkende EBITDA-Marge im Segment Advanced Technologies — zuletzt bei 15,8 Prozent — setzt Evonik auf eine Preiserhöhung von 10 Prozent für sein Kernprodukt MetAMINO®, das Tierfuttermitteladditiv, das mit sofortiger Wirkung für alle Märkte gilt. Ob die Maßnahme ausreicht, zeigt sich spätestens mit den Q1-Zahlen im Mai.

Parallel dazu expandiert Evonik in Wachstumsmärkte: Ein neues Asia Beauty Science & Innovation Center in Shanghai ist für 2026 geplant, mit Blick auf China als weltweit zweitgrößten Kosmetikmarkt. Noch offen ist die Nachbesetzung des Finanzvorstandspostens — ein vakanter Posten, der intern wie extern für Aufmerksamkeit sorgt.

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