Die britische Investmentbank Barclays stuft Evonik hoch und hebt das Kursziel an. Gleichzeitig müssen sich Anleger auf eine gekürzte Dividende und harte Tarifverhandlungen einstellen. Der Spezialchemiekonzern navigiert derzeit durch ein anspruchsvolles Umfeld, profitiert aber von einer unerwarteten Verschiebung der globalen Lieferketten.
Preismacht beim Tierfutter
Analyst Anil Shenoy von Barclays hat das Papier kürzlich von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel von 16 auf 17 Euro angehoben. Den Ausschlag für diese Neubewertung gibt das Futtermittelgeschäft. Bisher galt der Preisverfall bei Methionin als zentraler Belastungsfaktor. Infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten geraten asiatische Produzenten nun unter Druck, weshalb globale Abnehmer auf andere Quellen ausweichen.
Evonik profitiert als größter Nicht-Asien-Produzent massiv von dieser Entwicklung. Das Management reagierte prompt und erhöhte die Preise für den Tierfutter-Zusatzstoff MetAMINO Anfang März weltweit um zehn Prozent. Barclays hob daraufhin die EBITDA-Schätzung für das laufende Jahr auf 1,89 Milliarden Euro an und revidierte die Annahme zum Netto-Preiseffekt von minus 105 Millionen Euro auf null.
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Sparkurs trifft auf Lohnforderungen
Den operativen Rückenwind trüben laufende Kostenrisiken. In der dritten Runde der Chemie-Tarifverhandlungen droht ein Abschluss, der das ambitionierte Sparprogramm des Konzerns gefährden könnte. Evonik plant bis Ende 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro. Etwa 80 Prozent dieser Summe sollen durch den weltweiten Abbau von 2.000 Stellen realisiert werden.
Die Gewerkschaft pocht auf deutliche Lohnsteigerungen, während die Arbeitgeberseite auf hohe Energiepreise und eine schwache Konjunktur verweist. Ein teurer Kompromiss würde direkt in die Kalkulation des Managements eingreifen und die Margen belasten.
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Neue Dividendenpolitik
Auf Aktionärsseite stehen ebenfalls Veränderungen an. Um die finanzielle Flexibilität zu erhöhen, passt das Unternehmen seine Ausschüttungspolitik an. Künftig sollen 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses an die Anteilseigner fließen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand der Hauptversammlung am 3. Juni eine Übergangsdividende von 1,00 Euro je Aktie vor. Zuvor lag dieser Wert bei 1,17 Euro. Trotz der Kürzung entspricht dies beim aktuellen Kursniveau einer Rendite von etwa sieben Prozent. Bis zu diesem Aktionärstreffen in Essen soll zudem der seit September 2025 vakante Posten des Finanzvorstands neu besetzt werden.
Am 8. Mai wird Evonik die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Diese Zahlen werden konkrete Fakten liefern, wie stark die Preisdurchsetzungen bei Methionin das operative Geschäft bereits stützen. Nachdem das Unternehmen im abgelaufenen Jahr ein bereinigtes EBITDA von 1,87 Milliarden Euro erzielte, liegt die Zielspanne für 2026 zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Das Erreichen des oberen Endes hängt maßgeblich davon ab, ob die Kostendisziplin trotz der anstehenden Tarifabschlüsse gewahrt bleibt.
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