Der Spezialchemiekonzern Evonik stellt die Weichen für einen umfassenden Umbau seiner Geschäftsaktivitäten. Das Unternehmen kündigte heute an, im Jahr 2027 die zweite Phase des internen Programms „Evonik Tailor Made“ einzuleiten. Bis zum Jahr 2029 sollen im Zuge dieser Maßnahmen weltweit 3.200 Arbeitsplätze wegfallen.
Der Schwerpunkt des Abbaus liegt auf dem Heimatmarkt, an dem nach Unternehmensangaben 2.150 Stellen betroffen sein werden. Anleger reagierten positiv auf die Ankündigung der Sparmaßnahmen: Das Papier verteuerte sich heute um 3,2 Prozent auf 17,98 Euro.
Trennung von Randbereichen und Standorte im Fokus
Neben den Einsparungen beim Personal plant der Konzern spürbare Veränderungen im Portfolio. Die beiden Geschäftsbereiche Oxeno und Syneqt sollen vollständig abgegeben werden. Wie Reuters berichtet, führt Evonik für die Veräußerung von Oxeno bereits konkrete Gespräche mit interessierten Investoren. Der offizielle Verkaufsprozess für die Sparte Syneqt soll hingegen im Jahr 2027 beginnen.
Zusammen beschäftigen die beiden zur Disposition stehenden Einheiten rund 4.300 Mitarbeiter. Mit der Trennung will das Management den Konzern weiter straffen und unpassende Aktivitäten abstoßen. Medienberichten zufolge galt die Veräußerungsabsicht neben den Sparzielen am Markt als treibender Faktor für das Kursplus im heutigen Handelsverlauf.
Geografische Verlagerung und Spezialisierung der Werke
Künftig ordnet Evonik das verbleibende Produktportfolio nach strategischen Rollen. Sechs große Produktionsstandorte in Deutschland sollen im Zuge der Transformation stärker auf ausgewählte Kernbereiche spezialisiert werden.
Gleichzeitig will das Unternehmen bei neuen Sachinvestitionen andere Akzente setzen. Künftige Investitionsmittel sollen primär in wachstumsstärkere Märkte in Asien und Amerika fließen, um von dortigen Expansionschancen zu profitieren. Die Neuausrichtung knüpft an die bisherigen Bemühungen an, Kostenstrukturen an das anspruchsvolle Marktumfeld in Europa anzupassen.
An der Börse knüpft die Aktie damit an einen insgesamt erholten Verlauf an: Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Plus von 35 Prozent. Durch den heutigen Schritt verschafft sich der Konzern Klarheit über die geplanten Kostenentlastungen, muss die Portfoliobereinigung in den kommenden Jahren jedoch im vorgesehenen Zeitplan umsetzen.
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