Evonik hat die Zahlen für 2025 vorgelegt – und gleichzeitig zwei strategische Weichen neu gestellt: Die Dividendenpolitik wird flexibilisiert, der Preis für das Schlüsselprodukt MetAMINO® um 10 Prozent angehoben. Doch der Markt honorierte die Maßnahmen nicht. Die Aktie verlor am Ergebnistag über 3 Prozent und notiert aktuell bei 13,48 Euro.
Zahlen erfüllt, Umsatz geschrumpft
Der Spezialchemiekonzern hat seine Gewinnprognose erfüllt. Das bereinigte EBITDA erreichte 1,874 Milliarden Euro, nach 2,065 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbesserte sich das Konzernergebnis auf 265 Millionen Euro.
Die Reaktion der Anleger fiel dennoch negativ aus. Das Handelsvolumen lag mit knapp 1,5 Millionen Aktien deutlich über dem Durchschnitt – ein Zeichen für intensive Verkaufsbereitschaft nach der Zahlenvorlage.
Dividende wird variabel
Die bisherige Ausschüttungspolitik gehört der Vergangenheit an. Künftig will Evonik zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses ausschütten – eine Spanne, die deutlich mehr Flexibilität schafft, aber auch weniger Planbarkeit für Aktionäre bedeutet. Die neue Regelung greift ab dem Geschäftsjahr 2026.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?
Für 2025 schlägt der Vorstand eine Übergangsdividende von 1,00 Euro je Aktie vor. Die Hauptversammlung am 3. Juni soll darüber entscheiden. Zum aktuellen Kurs entspricht das einer Rendite von 7,37 Prozent.
MetAMINO®-Preise steigen um 10 Prozent
Parallel zur Bilanzvorlage kündigte die Tierernährungssparte eine weltweite Preiserhöhung für MetAMINO® an. Ab dem 5. März verteuert sich das Produkt netto um 10 Prozent – in allen Märkten. Das Segment Advanced Technologies, zu dem die Sparte gehört, hatte 2025 mit Margendruck zu kämpfen: Das bereinigte EBITDA sank um 8 Prozent auf 944 Millionen Euro, die Marge rutschte von 16,8 auf 15,8 Prozent.
Die Preisanpassung zielt darauf ab, die Profitabilität in einem Umfeld zu stabilisieren, in dem Volumenwachstum schwerer zu erzielen ist.
Ausblick 2026: EBITDA-Spanne bleibt, Umsatz sinkt
Für das laufende Jahr bestätigt Evonik die EBITDA-Prognose von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Beim Umsatz wurde die Erwartung jedoch nach unten korrigiert: Statt der zuvor avisierten Spanne rechnet das Management nun mit 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro. Die Anpassung spiegelt anhaltende Belastungen in Teilen des Geschäfts wider.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?
Mittelfristig strebt der Konzern einen Return on Capital Employed von 11 Prozent an. 2025 lag dieser Wert bei 6,1 Prozent – noch ein weiter Weg.
Stellenabbau läuft auf Hochtouren
Das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ steht vor dem Abschluss. Nach Beendigung 2026 sollen jährlich 400 Millionen Euro eingespart werden. Rund 80 Prozent davon entfallen auf Personalabbau: Weltweit werden bis zu 2.000 Stellen gestrichen, davon etwa 1.500 in Deutschland.
Seit April 2025 arbeitet Evonik in zwei Segmenten. Custom Solutions verzeichnete einen Umsatzrückgang von 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Die Position des Finanzvorstands ist weiterhin unbesetzt – ein Unsicherheitsfaktor, der intern und extern für Unruhe sorgt.
Am 8. Mai folgt die Quartalsmitteilung für Q1 2026. Spätestens dann wird sich zeigen, ob Preiserhöhungen und Kostendisziplin ausreichen, um die Ergebnisziele trotz schrumpfenden Umsatzes zu erreichen.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 9. März liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

