Der Spezialchemiekonzern Evonik greift in einem schwierigen Marktumfeld hart durch. Zwar hat das Unternehmen seine Gewinnziele für das abgelaufene Jahr erreicht, doch schrumpfende Umsätze zwingen das Management nun zu unpopulären Maßnahmen. Neben einer spürbaren Dividendenkürzung dreht der Konzern nun auch bei seinem wichtigsten Produkt an der Preisschraube, um die Profitabilität zu schützen.
Weniger Umsatz, neue Dividendenpolitik
Auf den ersten Blick liefert die Bilanz für 2025 solide Werte. Mit einem operativen Gewinn (EBITDA) von 1,87 Milliarden Euro traf Evonik genau die eigene Prognose. Das Problem liegt jedoch beim Wachstum: Der Umsatz sank um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Als Konsequenz müssen Aktionäre den Gürtel enger schnallen. Für 2025 sinkt die Dividende von 1,17 Euro auf 1,00 Euro je Anteilsschein.
Ab 2026 verabschiedet sich der Konzern dann komplett von seiner bisherigen Kontinuität. Künftig will das Management die Ausschüttung flexibel zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns einpendeln lassen. Diese Neuausrichtung verschafft dem Unternehmen mehr finanziellen Spielraum, nimmt den Anlegern aber die gewohnte Planungssicherheit.
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Preiserhöhungen als strategisches Mittel
Da das Volumenwachstum in der Chemiebranche aktuell stagniert, steuert Evonik über die Preise gegen. Für das Schlüsselprodukt MetAMINO® in der Tierernährung verlangt der Konzern ab sofort weltweit zehn Prozent mehr. Doch reicht diese Strategie aus, um das Geschäft in einem von hohen Energiekosten und schwacher Konjunktur geprägten Umfeld zu stabilisieren?
Zumindest beim Ausblick bleibt der Vorstand vorsichtig und senkte die Umsatzerwartung für 2026 auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro. Parallel dazu soll das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ greifen. Durch den Abbau von weltweit 2.000 Stellen, davon ein Großteil in Deutschland, will der Konzern seine Kostenbasis mittelfristig um 400 Millionen Euro pro Jahr drücken.
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Technische Gegenreaktion an der Börse
An der Börse wird dieser rigorose Umbaukatalog heute positiv aufgenommen. Die Aktie klettert um 2,52 Prozent auf 14,22 Euro und setzt sich damit wieder leicht über die 50-Tage-Linie bei 14,03 Euro. Interessant für Marktbeobachter ist dabei ein Blick auf die technischen Indikatoren: Mit einem RSI (Relative-Stärke-Index) von extrem niedrigen 15,8 galt das Papier zuletzt als stark überverkauft. Der aktuelle Kursanstieg spiegelt somit auch eine Erholung nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Monate wider.
Der Chemieriese befindet sich mitten in einer harten Transformation. Die Kombination aus Preiserhöhungen, Stellenabbau und einer flexibleren Dividende soll das Fundament für künftige Margen sichern. Ob die operativen Anpassungen schnell genug greifen, wird sich am 8. Mai zeigen, wenn Evonik die Zahlen für das erste Quartal 2026 präsentiert. Bis dahin müssen zudem noch die ausstehenden Ergebnisse der Tarifverhandlungen in der deutschen Chemieindustrie in die Kostenkalkulation integriert werden.
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