Evonik Aktie: Überraschende Kehrtwende!

Trotz Stellenabbau und reduzierter Dividende bewerten Analysten von Jefferies und der Deutschen Bank die Evonik-Aktie positiver und heben ihre Kursziele an.

Evonik Aktie
Kurz & knapp:
  • Umfassendes Sparprogramm mit 2000 Stellenabbau
  • Deutsche Bank und Jefferies erhöhen Kursziele
  • Dividende für 2025 auf 1 Euro gekürzt
  • Aktie verzeichnet starken Jahresauftakt

Der Chemieriese Evonik streicht weltweit 2.000 Stellen und kürzt die Dividende. Was auf den ersten Blick wie ein hartes Krisenszenario wirkt, lockt nun Analysten aus der Reserve. Mit Jefferies und der Deutschen Bank haben gleich zwei Großbanken ihre Erwartungen für den Spezialchemiekonzern nach oben korrigiert.

Massenentlassungen und Sparzwang

Im Zentrum der Neubewertung steht das laufende Umbauprogramm „Evonik Tailor Made“. Bis Ende 2026 will das Management die jährlichen Kosten um rund 400 Millionen Euro drücken. Etwa 80 Prozent dieser Summe sollen durch den massiven Personalabbau realisiert werden.

Eine wichtige Hürde nahm der Konzern kürzlich mit dem Abschluss der Chemie-Tarifrunde. Die Einigung bringt zwar schrittweise Entgelterhöhungen bis 2028 mit sich, schafft aber für das Unternehmen dringend benötigte Planungssicherheit auf der Personalkostenseite. Ein Beitrag zur Beschäftigungssicherung von 300 Euro pro Kopf in diesem Jahr federt die Situation für die verbleibende Belegschaft ab.

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Gemischte Bilanz trifft auf neue Kursziele

Die operativen Zahlen für das abgelaufene Jahr lieferten ein durchwachsenes Bild. Der Umsatz sank um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro, während die Kapitalverzinsung (ROCE) mit 6,1 Prozent deutlich unter dem mittelfristigen Zielwert von 11 Prozent blieb. Als Reaktion passte der Vorstand die Ausschüttungspolitik an und kürzte die Dividende für 2025 auf 1,00 Euro je Aktie.

Trotz dieser fundamentalen Delle bewerten Marktexperten die Aussichten zunehmend positiver. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel kürzlich auf 15,00 Euro an. Jefferies vollzog eine bemerkenswerte Wende: Das Analysehaus strich seine bisherige Verkaufsempfehlung, stufte das Papier auf „Hold“ hoch und hob das Ziel von 12,20 auf 15,10 Euro an.

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Interessant ist dabei die Reaktion des Marktes, der den Analysten bereits vorausgeeilt ist. Mit einem Schlusskurs von 17,31 Euro am vergangenen Freitag verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein starkes Plus von knapp 30 Prozent. Anleger nehmen die erhofften Effekte des Sparprogramms offenbar bereits weitreichend vorweg.

Am 8. Mai 2026 präsentiert Evonik die Zahlen für das erste Quartal und muss beweisen, dass die operative Entwicklung die hohen Markterwartungen stützen kann. Spätestens zur Hauptversammlung am 3. Juni plant der Konzern zudem, die seit vergangenem September vakante Position des Finanzvorstands neu zu besetzen. Diese Personalie wird den weiteren Kurs bei der Umsetzung des Sparpakets maßgeblich prägen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.