Der Chemieriese Evonik streicht weltweit 2.000 Stellen und kürzt die Dividende. Was auf den ersten Blick wie ein hartes Krisenszenario wirkt, lockt nun Analysten aus der Reserve. Mit Jefferies und der Deutschen Bank haben gleich zwei Großbanken ihre Erwartungen für den Spezialchemiekonzern nach oben korrigiert.
Massenentlassungen und Sparzwang
Im Zentrum der Neubewertung steht das laufende Umbauprogramm „Evonik Tailor Made“. Bis Ende 2026 will das Management die jährlichen Kosten um rund 400 Millionen Euro drücken. Etwa 80 Prozent dieser Summe sollen durch den massiven Personalabbau realisiert werden.
Eine wichtige Hürde nahm der Konzern kürzlich mit dem Abschluss der Chemie-Tarifrunde. Die Einigung bringt zwar schrittweise Entgelterhöhungen bis 2028 mit sich, schafft aber für das Unternehmen dringend benötigte Planungssicherheit auf der Personalkostenseite. Ein Beitrag zur Beschäftigungssicherung von 300 Euro pro Kopf in diesem Jahr federt die Situation für die verbleibende Belegschaft ab.
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Gemischte Bilanz trifft auf neue Kursziele
Die operativen Zahlen für das abgelaufene Jahr lieferten ein durchwachsenes Bild. Der Umsatz sank um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro, während die Kapitalverzinsung (ROCE) mit 6,1 Prozent deutlich unter dem mittelfristigen Zielwert von 11 Prozent blieb. Als Reaktion passte der Vorstand die Ausschüttungspolitik an und kürzte die Dividende für 2025 auf 1,00 Euro je Aktie.
Trotz dieser fundamentalen Delle bewerten Marktexperten die Aussichten zunehmend positiver. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel kürzlich auf 15,00 Euro an. Jefferies vollzog eine bemerkenswerte Wende: Das Analysehaus strich seine bisherige Verkaufsempfehlung, stufte das Papier auf „Hold“ hoch und hob das Ziel von 12,20 auf 15,10 Euro an.
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Interessant ist dabei die Reaktion des Marktes, der den Analysten bereits vorausgeeilt ist. Mit einem Schlusskurs von 17,31 Euro am vergangenen Freitag verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein starkes Plus von knapp 30 Prozent. Anleger nehmen die erhofften Effekte des Sparprogramms offenbar bereits weitreichend vorweg.
Am 8. Mai 2026 präsentiert Evonik die Zahlen für das erste Quartal und muss beweisen, dass die operative Entwicklung die hohen Markterwartungen stützen kann. Spätestens zur Hauptversammlung am 3. Juni plant der Konzern zudem, die seit vergangenem September vakante Position des Finanzvorstands neu zu besetzen. Diese Personalie wird den weiteren Kurs bei der Umsetzung des Sparpakets maßgeblich prägen.
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