Die Analysten der Deutschen Bank rieten zu Wochenbeginn noch zur Zurückhaltung. Die Anleger am Markt sehen das völlig anders. Mit einem Kurssprung von fast 15 Prozent am Dienstag strafte die Evotec-Aktie die skeptischen Experten ab. Ein anstehender Millionen-Deal mit Gilead Sciences rückt die finanzielle Stabilität des Hamburger Wirkstoffforschers schlagartig in ein neues Licht.
Deutlicher Abstand zum Jahrestief
Der Dienstag markierte einen klaren Wendepunkt im Chart. Das Papier legte im Xetra-Handel massiv zu und schloss bei 5,39 Euro. Am heutigen Mittwoch setzt sich dieser Trend mit einem weiteren Anstieg auf 5,45 Euro fort. Auf Wochensicht steht damit ein sattes Plus von 16,45 Prozent auf der Kurstafel. Durch diese Bewegung durchbrach der Titel den 50-Tage-Durchschnitt bei 5,19 Euro deutlich nach oben.
Die Skepsis einiger Analysten verblasst angesichts dieser Dynamik. Deutsche Bank Research bestätigte erst am Montag ein „Hold“-Rating mit einem Kursziel von 4,50 Euro. Analyst Fynn Scherzler begründete dies mit einem herausfordernden Übergangsjahr 2026. Der Markt hat diese Zielmarke mittlerweile um mehr als 20 Prozent überrannt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evotec?
Frisches Kapital durch Gilead-Transaktion
Der aktuelle Optimismus stützt sich auf harte Währung. Evotec erwartet noch im April den Abschluss des Tubulis-Verkaufs an Gilead Sciences. Die Transaktion spült eine Vorabzahlung von rund 100 Millionen US-Dollar in die Kassen. Marktbeobachter werten diesen Cash-Zufluss als robustes Signal für die Bilanz.
Parallel dazu forciert das Management das Restrukturierungsprogramm „Horizon“. Die Hamburger reduzieren ihre globale Präsenz von 14 auf 10 Standorte. Bis Ende 2027 plant das Unternehmen so jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro. Im laufenden Jahr belasten zunächst Restrukturierungskosten das Ergebnis. Für 2026 prognostiziert der Vorstand einen Konzernumsatz zwischen 700 und 780 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA taxiert das Management auf 0 bis 40 Millionen Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evotec?
Druck von aktivistischen Investoren
Hinzu kommt operativer Vorstoß von Investorenseite. Der aktivistische Aktionär MAK Capital fordert eine stärkere Fokussierung auf die Biologika-Sparte „Just – Evotec Biologics“. Im Raum steht ein möglicher US-Börsengang dieses Segments. Um die operative Umsetzung der Strategie zu beschleunigen, übernimmt Dr. Ingrid Müller am 1. Mai 2026 den Posten der Chief Operating Officer.
Mit liquiden Mitteln von 476 Millionen Euro zum Jahresende 2025 und der anstehenden Gilead-Zahlung verfügt Evotec über ein solides finanzielles Polster. Der erwartete Vertragsabschluss im April liefert den nächsten konkreten Datenpunkt für die Bilanz. Fließt das Geld wie angekündigt, sichert das Unternehmen die Finanzierung seines angelaufenen Konzernumbaus auf absehbare Zeit ab.
Evotec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evotec-Analyse vom 15. April liefert die Antwort:
Die neusten Evotec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evotec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evotec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

