Der Frankfurter Wirkstoffforscher senkte seine Jahresprognose 2026 kräftig und löste damit einen massiven Kurseinbruch aus. Die Aktie fiel am 14. Juli um 36 Prozent auf ein 52-Wochen-Tief von 3,19 Euro – seither hat sich die Lage kaum beruhigt.
Umsatzprognose deutlich gekappt
Evotec rechnet für 2026 nur noch mit einem Umsatz zwischen 570 und 610 Millionen Euro. Zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von 700 bis 780 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Noch drastischer fällt die Korrektur beim bereinigten EBITDA aus: Statt eines Werts zwischen null und plus 40 Millionen Euro erwartet Evotec nun einen operativen Verlust von 70 bis 105 Millionen Euro.
Als Grund nennt das Unternehmen verschobene Meilensteinzahlungen und Partnerschaftserlöse, die teilweise erst 2027 anfallen sollen. Das operative Kerngeschäft selbst bezeichnet Evotec dagegen als stabil, die Nachfrage im Forschungs- und Entwicklungsbereich sei sogar gestiegen. Anlegern und Analysten bereitet jedoch gerade die Abhängigkeit von unsicheren, zeitlich schwer planbaren Verträgen Sorgen.
Berenberg kappt Kursziel drastisch
Die Reaktion der Analysten ließ nicht lange auf sich warten. Berenberg senkte am 16. Juli sein Kursziel für Evotec von 9,40 auf 3,60 Euro und stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ zurück. Analyst Ehmann kritisierte explizit die Abhängigkeit des Unternehmens von unsicheren Vertragskonstellationen als zentrales Risiko für die Prognosesicherheit. Andere Marktbeobachter fordern von Evotec nun mehr Transparenz über die Struktur und Planbarkeit seiner Partnerschaftserlöse.
Der Kurseinbruch vom 14. Juli setzte sich in den Folgetagen fort. Am 16. Juli verlor die Aktie im Xetra-Handel weitere 3,02 Prozent auf 3,40 Euro. Zuletzt notierte das Papier bei 3,44 Euro. Der Relative-Stärke-Index von 20,8 signalisiert eine stark überverkaufte Situation – ein Niveau, das üblicherweise auf panikartige Verkäufe statt auf eine fundamentale Neubewertung hindeutet.
Entscheidende Wochen für Evotec
Am Markt gilt die kommende Zeit als richtungsweisend für die weitere Kursentwicklung. Ob die verschobenen Meilensteinzahlungen tatsächlich 2027 realisiert werden und wie belastbar die von Evotec betonte Stabilität des Kerngeschäfts tatsächlich ist, dürfte die nächsten Analystenreaktionen maßgeblich prägen. Bis dahin bleibt die Aktie ein Fall für risikobereite Anleger, die auf eine Stabilisierung der Erlösbasis setzen.
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