Evotec rückt von seinen ehrgeizigen Mittelfristplänen ab. Der Wirkstoffforscher peilt für 2030 nur noch eine Milliarde Euro Umsatz an, im Frühjahr stand noch eine Marke von mehr als einer Milliarde im Raum. Die Aktie reagiert dennoch freundlich.

Umsatz- und Margenziele verschoben

Beim Umsatz nennt das Unternehmen zusätzliches Potenzial von einer weiteren Milliarde Euro. Voraussetzung: Die Partnerprogramme entwickeln sich stärker als aktuell unterstellt. Das ist eine Option, keine Prognose.

Auch bei der Profitabilität gibt es Abstriche. Die bereinigte Ebitda-Marge soll bis Ende 2028 bei 20 Prozent liegen und bis Ende 2030 darüber klettern. Bislang hatte der Konzern mehr als 20 Prozent bereits für 2028 angepeilt. Die Ziele für das laufende Jahr, die schon im Sommer gesenkt wurden, bestätigte Evotec.

Zahlen für die ersten neun Monate

Die endgültigen Zahlen zum dritten Quartal bringen keine Überraschung, die Eckdaten waren seit Mitte Oktober bekannt. Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten um rund 13 Prozent auf gut 465 Millionen Euro. Das dritte Quartal lag mit knapp 165 Millionen Euro über dem Niveau der beiden Vorquartale.

Beim bereinigten operativen Ergebnis steht ein Minus von 44,3 Millionen Euro zu Buche, nach einem Minus von 16,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Verlust hat sich also deutlich ausgeweitet.

Börse honoriert Klarheit

An der Börse überwiegt offenbar die Erleichterung darüber, dass die Neuausrichtung der Erwartungen nun auf dem Tisch liegt. Im Xetra-Handel legte die Aktie zwischenzeitlich um 3,88 Prozent auf 3,00 Euro zu. Marktbeobachter dürften die gesenkten Ziele als realistischere Basis werten, auch wenn der Weg zu stabiler Profitabilität länger wird.

Maßgeblich ist nun, ob Evotec den Umsatz aus dem starken dritten Quartal als Ausgangsbasis halten kann. Die Marke von 20 Prozent bereinigter Ebitda-Marge bis Ende 2028 ist der nächste konkrete Prüfstein.