Ein schwaches erstes Quartal, ein milliardenschwerer Umbau und unveränderte Jahresziele – bei Evotec prallen Belastung und Optimismus derzeit aufeinander. Der Wirkstoffforscher aus Hamburg hält an seiner Prognose für 2026 fest, trotz roter Zahlen zum Jahresstart.
Im ersten Quartal sanken die Umsätze auf 156,6 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang zum Vorjahr, das von einem einmaligen Sandoz-Lizenzverkauf profitiert hatte. Das bereinigte EBITDA rutschte auf minus 21,9 Millionen Euro, nach plus 3,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. CEO Christian Wojczewski führt die Schwäche auf einen starken Vorjahresvergleich, Währungsgegenwind und Probleme in Teilen des Geschäfts zurück.
Für das Gesamtjahr peilt Evotec weiterhin Umsätze zwischen 700 und 780 Millionen Euro an, das bereinigte EBITDA soll zwischen null und 40 Millionen Euro liegen. Die operative Besserung erwartet das Management in der zweiten Jahreshälfte.
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Project Horizon als Treiber
Im Zentrum der Strategie steht das Transformationsprogramm „Project Horizon“. Evotec bündelt Kernkompetenzen in sogenannten Exzellenzzentren und reduziert die Zahl der Standorte auf zehn. Geschlossen werden Standorte in München, Abingdon, Lyon und Framingham. Bis zu 800 Stellen fallen weg, bis Ende 2027 sollen jährlich rund 75 Millionen Euro eingespart werden.
Zur Finanzierung des Umbaus platzierte Evotec Mitte Mai Wandelanleihen mit einem Gesamtnennbetrag von 116,1 Millionen Euro. Die Papiere laufen bis 2033, verzinsen sich mit 2,625 Prozent und werden bei Fälligkeit zu 110 Prozent zurückgezahlt. Der Wandlungspreis liegt bei 6,53 Euro je Aktie – knapp 38 Prozent über dem Referenzaktienkurs.
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Kurs erholt sich leicht
Die Aktie notierte am Donnerstag bei 5,12 Euro – ein Plus von 3,5 Prozent zum Vortag. Damit liegt sie knapp 4,7 Prozent über der 50-Tage-Linie, aber rund 9,4 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 60,6 signalisiert eine neutrale Verfassung. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 7,6 Prozent zu Buche.
Die Liquiditätsposition lag Ende März bei 444,8 Millionen Euro, leicht unter dem Jahresendwert. Auf der operativen Seite vermeldet Evotec erste Erfolge: In der Almirall-Kooperation wurde ein präklinischer Kandidat nominiert, neue Gates-Foundation-Förderungen treiben Tuberkulose-Forschung voran.
Am 11. Juni kommt der Vorstand zur Hauptversammlung in Hamburg. Anleger dürften dort vor allem Fragen zur künftigen Kapitalstruktur und zum Fortschritt des Umbauprogramms erwarten.
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