BMS schickt einen gemeinsam entwickelten Wirkstoff in die klinische Prüfung – und Evotec kassiert dafür prompt 10 Millionen Dollar. Für ein Unternehmen, das zuletzt vor allem mit operativen Sorgen Schlagzeilen machte, ist das ein willkommenes Signal.

Molecular Glue auf dem Weg zum Patienten

Der Wirkstoff BMS-986506 gehört zur Klasse der sogenannten „Molecular Glue Degrader“ – Moleküle, die Zielproteine nicht blockieren, sondern aktiv abbauen lassen. Das Wirkprinzip verspricht laut Evotec länger anhaltende Effekte als klassische Therapeutika. Bristol Myers Squibb hat nun die erste klinische Phase gestartet, in der das Mittel an Patienten mit fortgeschrittenem klarzelligen Nierenzellkarzinom erprobt wird – der häufigsten Form von Nierenkrebs.

Mit dem First-in-Human-Start gilt ein definierter Meilenstein in der Partnerschaft als erreicht. Die Zahlung von rund 8,7 Millionen Euro fließt damit nicht irgendwann, sondern sofort.

Was das für die Partnerschaft bedeutet

Die Zusammenarbeit mit BMS im Bereich Protein-Degradation läuft bereits seit Jahren. Dass sie nun den ersten klinischen Meilenstein überschreitet, zeigt: Das Programm ist nicht ins Stocken geraten. Für Evotec ist das auch strategisch bedeutsam – die Pipeline trägt zunehmend, und die Einnahmen aus solchen Meilensteinen stabilisieren die Einnahmeseite.

Das Rennen um überlegene Behandlungsansätze bei Nierenkrebs ist hart umkämpft. Ob BMS-986506 dort wirklich einen neuen Standard setzen kann, wird sich erst in späteren Studienphasen zeigen. Der Phase-1-Start ist der Beginn eines langen Weges – aber immerhin ein Beginn.