Evotec Aktie: KI als Rückenwind?

Evotec profitiert laut Berenberg von KI-getriebener Arzneimittelforschung, während die Deutsche Bank skeptisch bleibt. Die Geschäftszahlen zeigen einen halbierten Verlust, doch die Prognose für 2026 ist vorsichtig.

Evotec Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie nach starkem Kursanstieg um fast 23 Prozent
  • Berenberg sieht Evotec als KI-Nutznießer mit Buy-Empfehlung
  • Nettoverlust 2025 gegenüber Vorjahr fast halbiert
  • Erwartete Zahlung aus Gilead-Deal von 100 Millionen Dollar

Evotec hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. In nur sieben Tagen legte die Aktie fast 23 Prozent zu — vom Tief im März bei rund vier Euro hat sich der Kurs damit deutlich erholt. Ausgerechnet künstliche Intelligenz liefert dabei das neue Investmentargument.

Berenbergs ungewöhnliche These

Die Privatbank Berenberg hält das Papier unverändert auf „Buy“ mit einem Kursziel von 9,70 Euro. Das Kernargument ist dabei überraschend: KI senkt die Kosten je Wirkstoffkandidat so stark, dass Pharmafirmen schlicht mehr Kandidaten in ihre Pipelines schicken. Diese computer-generierten Moleküle müssen aber in echten Labors validiert werden — und genau hier kommt Evotec ins Spiel.

„Der Markt unterschätzt die strategische Position des Konzerns als Hauptnutznießer des KI-getriebenen Wandels in der Arzneimittelforschung“, sagt Berenberg-Analyst Christian Ehmann. Ein konkretes Signal stützt diese These: Seit Jahresbeginn 2026 stieg die Zahl neuer Angebotsanfragen um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Biologics-Sparte JEB soll im laufenden Jahr zweistellig wachsen.

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Die Deutsche Bank bleibt dagegen skeptisch. Sie stuft die Aktie mit „Hold“ und einem Kursziel von 4,50 Euro ein — also deutlich unterhalb des aktuellen Kursniveaus von 5,57 Euro.

Zahlen: Verluste halbiert, Prognose eng

Die Geschäftszahlen für 2025 lieferten ein gemischtes Bild. Der Nettoverlust sank von rund 196 Millionen Euro auf knapp 104 Millionen Euro — fast halbiert. Das ist Fortschritt. Allerdings bleibt die Guidance für 2026 eng: Das bereinigte EBITDA soll zwischen null und 40 Millionen Euro liegen.

Das interne Transformationsprogramm „Horizon“ zielt auf jährliche Kosteneinsparungen von 75 Millionen Euro bis Ende 2027. Berenberg erwartet 2026 noch rotes Territorium auf Ebene des bereinigten Betriebsergebnisses, für 2027 dann die Rückkehr in die Gewinnzone. Beim Umsatz rechnen die Analysten für 2026 mit rund 737 Millionen Euro — ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

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Gilead-Zahlung als Schlüssel

Charttechnisch hat die Aktie die 50-Tage-Linie bei 5,18 Euro bereits überwunden. Die 200-Tage-Linie bei 5,86 Euro ist die nächste relevante Marke.

Entscheidender als Charts ist jedoch der Tubulis-Deal. Evotec erwartet aus dem Verkauf seines Anteils an Tubulis an Gilead Sciences rund 100 Millionen Dollar Vorauszahlung plus bis zu 58 Millionen Dollar an Meilensteinzahlungen — Abschluss voraussichtlich im zweiten Quartal 2026. Fließt das Geld wie geplant und zeigt das Horizon-Programm erste messbare Effekte in den Halbjahreszahlen, hätte die aktuelle Erholung eine solide operative Grundlage. Bleibt beides aus, steht der Kursanstieg auf tönernen Füßen.

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