Evotec Aktie: Millionen-Deal unterschätzt

Der Verkauf von Tubulis an Gilead bringt Evotec eine signifikante Vorabzahlung, während das Unternehmen gleichzeitig ein umfassendes Restrukturierungsprogramm umsetzt.

Evotec Aktie
Kurz & knapp:
  • Überraschende Zahlung aus früher Tubulis-Beteiligung
  • Gilead übernimmt Biotech-Firma für Milliardenbetrag
  • Evotec startet umfangreiches Sparkurs-Programm
  • Neuer Aufsichtsratsvorsitz soll Transformation leiten

Während Evotec sich auf ein hartes Umbaujahr vorbereitet, spült ein erfolgreiches Investment aus der Vergangenheit plötzlich frisches Kapital in die Kassen. Der US-Pharmariese Gilead übernimmt das Münchener Biotech-Unternehmen Tubulis und beschert den Hamburgern damit eine unerwartete Millionen-Zahlung. Analysten vermuten nun, dass der Markt diesen finanziellen Schub in der aktuellen Bewertung noch gar nicht vollständig erfasst hat.

Ein lukrativer Ausstieg

Der US-Konzern Gilead Sciences blättert für den ADC-Spezialisten Tubulis 3,15 Milliarden US-Dollar in bar auf den Tisch. Für Evotec zahlt sich nun die frühe Beteiligung an den Münchenern aus. Das Unternehmen hält 3,14 Prozent der Anteile und erwartet beim Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal 2026 eine Vorabzahlung von rund 100 Millionen US-Dollar. Weitere 58 Millionen US-Dollar könnten durch das Erreichen bestimmter Meilensteine fließen.

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Diese Finanzspritze ist signifikant. Die kanadische Bank RBC beließ die Einstufung auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 10 Euro. Analyst Charles Weston wies darauf hin, dass die erwarteten 100 Millionen US-Dollar immerhin elf Prozent der Marktkapitalisierung von Evotec ausmachen. Er geht davon aus, dass Investoren diesen Wertbeitrag bisher kaum in den Aktienkurs eingepreist haben.

Harter Sparkurs trotz solider Zahlen

Das frische Kapital trifft auf einen Konzern im tiefgreifenden Umbruch. Zwar fielen die jüngst präsentierten Jahreszahlen für 2025 mit einem bereinigten EBITDA von 41,1 Millionen Euro solide aus und erreichten das obere Ende der Prognose. Auch der Verlust nach Steuern halbierte sich auf knapp 104 Millionen Euro.

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Allerdings steht 2026 ganz im Zeichen des Transformationsprogramms „Horizon“. Evotec plant, vier seiner 14 Standorte zu schließen und rund 800 Stellen abzubauen. Diese Maßnahmen verursachen in der zweiten Jahreshälfte zunächst Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Euro, sollen aber ab Ende 2027 jährliche Einsparungen von 75 Millionen Euro einbringen. Die Prognose für das laufende Jahr fällt mit einem erwarteten bereinigten EBITDA zwischen 0 und 40 Millionen Euro entsprechend verhalten aus.

Den anspruchsvollen Sanierungskurs wird künftig voraussichtlich ein neues Gesicht überwachen. Auf der kommenden Hauptversammlung 2026 stellt sich der Branchenveteran Dieter Weinand als Kandidat für den Aufsichtsratsvorsitz zur Wahl. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung bei Pharmakonzernen wie Bayer und Pfizer wird er die strategische Neuausrichtung begleiten, während das Management die operativen Kosten senkt und das Tubulis-Kapital in die Bilanz integriert.

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Über Dieter Jaworski 2838 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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