Evotec und Plectonic Biotech haben eine neue Forschungskooperation gestartet. Ziel ist ein T-Zell-engagierender Ansatz gegen solide Tumoren, der Evotecs BiTco-Plattform mit der LOGIBODY-Technologie von Plectonic kombiniert. Die Meldung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen operativ unter Druck steht und Anleger genau prüfen, ob neue Kooperationen die schwache Ertragslage aufwiegen können.

Die Aktie notiert bei 3,21 Euro und damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 3,14 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier 41 Prozent verloren – ein Ausmaß, das zeigt, wie stark der Markt die operativen Probleme des Unternehmens einpreist.

Schwache Zahlen belasten das Vertrauen

Hintergrund der angespannten Stimmung sind die im August veröffentlichten Halbjahreszahlen. Marktkommentaren zufolge verzeichnete Evotec einen Umsatzrückgang von über 16 Prozent im Quartalsvergleich, begleitet von Verzögerungen bei Meilensteinzahlungen aus bestehenden Partnerschaften. Zugleich wurde im Zuge der Gewinnwarnung von Ende August ein erwarteter EBITDA-Verlust von bis zu 105 Millionen Euro für das laufende Jahr genannt.

Medienberichten zufolge hat sich seither ein Vertrauensverlust bei institutionellen wie privaten Anlegern eingestellt, gestützt durch die Einschätzung, dass die operativen Perspektiven auch nach den Zahlen schwach bleiben. Der beschriebene Abgabedruck auf die Aktie, der bereits Ende August einsetzte, hat sich in den vergangenen Wochen fortgesetzt.

Neue Kooperation als Hoffnungsträger

Die Partnerschaft mit Plectonic reiht sich in eine Reihe von Kooperationsvereinbarungen ein, mit denen Evotec seine Technologieplattformen extern validieren lässt. Bereits im Juni war eine Partnerschaft mit Odyssey Therapeutics zur Entwicklung von Behandlungen für Autoimmun- und Entzündungskrankheiten bekannt geworden.

Solche Kooperationen sichern dem Unternehmen zwar Zugang zu neuen Wirkstoffklassen und potenziellen Meilensteinzahlungen, ändern aber kurzfristig wenig an der angespannten Ertragslage, die die Gewinnwarnung offenbart hat.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob solche Forschungsallianzen ausreichen, um die durch Umsatzrückgang und Kostenprobleme geprägte Wahrnehmung zu drehen. Solange Meilensteinzahlungen aus bestehenden Partnerschaften verzögert bleiben, dürfte der positive Effekt neuer Kooperationsmeldungen auf die Aktie begrenzt sein.

Charttechnisch notiert das Papier deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 3,78 Euro – ein Zeichen, dass auch kurzfristig orientierte Marktteilnehmer der jüngsten Entwicklung skeptisch gegenüberstehen.

Die Kombination aus operativer Schwäche und nur graduell wirkenden Pipeline-Fortschritten dürfte die Aktie vorerst in der Nähe ihrer Jahrestiefststände halten, bis sich entweder die Zahlenlage stabilisiert oder eine der Kooperationen konkrete klinische oder finanzielle Fortschritte liefert.