Der Hamburger Biotech-Konzern verordnet sich tiefgreifende strukturelle Einschnitte. Während das abgelaufene Geschäftsjahr noch durch einzelne starke Sparten gestützt wurde, dämpft das Management die Gewinnerwartungen für die nahe Zukunft massiv. Der laufende Umbau fordert nun seinen Tribut und zwingt Anleger zu einem längeren Atem.
Harte Einschnitte belasten das laufende Jahr
Im Rahmen der Transformationsinitiative „Horizon“ reduziert Evotec sein globales Netzwerk auf zehn Standorte und streicht bis zu 800 Stellen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, bis Ende 2027 jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro zu realisieren.
Diese Restrukturierung spiegelt sich deutlich in der Prognose für das laufende Jahr wider. Das Management peilt für 2026 lediglich ein bereinigtes EBITDA zwischen 0 und 40 Millionen Euro an. Damit verfehlt das Unternehmen die bisherigen Analystenerwartungen von über 80 Millionen Euro drastisch. Finanzvorstand Paul Hitchin stuft 2026 folgerichtig als reines Übergangsjahr ein. Die Börse bewertet diese Aussichten entsprechend nüchtern: Mit einem jüngsten Schlusskurs von 4,17 Euro notiert das Papier nur hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief von 4,14 Euro.
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Millionendeals sichern die Kasse
Trotz der schwachen Prognose für das laufende Jahr zeigten die vorläufigen Zahlen für 2025 ein Umsatzniveau am oberen Ende der Zielspanne von rund 788 Millionen Euro. Verantwortlich dafür war fast ausschließlich die Biologics-Sparte, die ein Umsatzplus von 40 Prozent verzeichnete und damit einen 13-prozentigen Einbruch im Kerngeschäft der Wirkstoffforschung kompensierte.
Finanzielle Entlastung liefert zudem ein strategischer Schnitt. Der Verkauf des Biologics-Standorts in Toulouse an Sandoz spült 350 Millionen US-Dollar in bar in die Kassen, ergänzt durch mögliche Meilensteinzahlungen von weiteren 300 Millionen US-Dollar. Flankiert wird diese Liquiditätsspritze durch eine neue Projektvereinbarung mit der US-Behörde BARDA zur Bioproduktion von Ebola-Antikörpern, was eine wichtige Validierung der konzerneigenen Technologieplattform darstellt.
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Profi-Investoren positionieren sich
Die Reaktionen der Finanzmärkte auf den Strategiewechsel hin zu einer weniger kapitalintensiven Struktur fallen sehr unterschiedlich aus:
- Berenberg und RBC: Kursziel 10 Euro
- Deutsche Bank: Kursziel 6 Euro
- Goldman Sachs: Anteil auf 6,12 Prozent ausgebaut
Am 8. April wird Evotec die finalen Jahreszahlen für 2025 präsentieren. Die eigentliche Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich an diesem Termin jedoch auf die konkrete Umsetzung des Sparprogramms. Liefert das Management belastbare Fortschritte bei der Kostensenkung, schafft dies die notwendige Grundlage für die avisierte Rückkehr zur Profitabilität im Jahr 2027.
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