Evotec Aktie: Rückzug möglich?

Das Biotech-Unternehmen Evotec schockt mit einer enttäuschenden Umsatzprognose für 2026 und kündigt einen umfassenden Stellenabbau an. Der Aktienkurs fällt auf ein neues Jahrestief.

Evotec Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatzprognose für 2026 deutlich unter Markterwartungen
  • Restrukturierungsprogramm sieht Abbau von 800 Stellen vor
  • Aktienkurs stürzt auf neues 52-Wochen-Tief ab
  • Management hält an ambitionierten Mittelfristzielen fest

Evotec hat am Dienstag mit dem Restrukturierungsprogramm „Horizon“ und einem schwachen Ausblick für 2026 die Märkte aufgeschreckt. Der Kurs brach daraufhin um mehr als 13 Prozent ein und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief bei 4,38 Euro – fast 47 Prozent unter dem Jahreshoch vom vergangenen Mai.

Der eigentliche Auslöser für den Kursrutsch war weniger der angekündigte Stellenabbau als vielmehr die enttäuschende Umsatzprognose. Für 2026 erwartet das Hamburger Biotech-Unternehmen Erlöse zwischen 700 und 780 Millionen Euro – nach vorläufig rund 788 Millionen Euro im abgelaufenen Jahr. Selbst der obere Rand der Zielspanne liegt damit klar unter den Markterwartungen. Das bereinigte EBITDA könnte in diesem Jahr auf null bis 40 Millionen Euro sinken, nach rund 41 Millionen Euro im Vorjahr. Evotec bezeichnet 2026 ausdrücklich als Übergangsjahr, in dem erste operative Verbesserungen erst ab der zweiten Jahreshälfte erwartet werden.

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Radikaler Umbau: Standorte, Stellen, Struktur

Das Programm „Horizon“ ist das nächste Kapitel einer mehrstufigen Transformation, die 2024 mit dem „Priority Reset“ begann. Konkret plant Evotec, das weltweite Standortnetzwerk auf zehn Standorte zu reduzieren und bis zu 800 Stellen abzubauen – darunter fällt auch der Münchner Standort, der vollständig geschlossen wird. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2027 jährliche Kosteneinsparungen von rund 75 Millionen Euro bringen. Die dafür anfallenden Restrukturierungskosten belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro in bar über den Zeitraum 2026 bis 2028, zuzüglich nicht zahlungswirksamer Wertminderungen.

Das Bild aus dem Geschäftsjahr 2025 zeigt, warum der Umbau notwendig ist. Das Kernsegment Drug Discovery & Preclinical Development schwächelte deutlich: Die Umsätze sanken um 13 Prozent auf rund 529 Millionen Euro, das bereinigte Segment-EBITDA rutschte in den negativen Bereich. Gegenläufig entwickelte sich das Biologics-Segment Just – Evotec Biologics, das seinen Umsatz um rund 40 Prozent auf 259 Millionen Euro steigerte und mit einem EBITDA-Beitrag von rund 53 Millionen Euro die Konzernzahlen stützte.

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Mittelfristziele bleiben ambitioniert

Trotz des schwierigen Kurzfristausblicks hält das Management an seinen Mittelfristzielen fest. Bis 2030 sollen die Konzernerlöse auf über eine Milliarde Euro steigen, mit einem jährlichen Wachstum von 8 bis 12 Prozent. Für 2028 peilt Evotec eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 Prozent an – getragen von einem stärkeren Anteil margenstarker, technologiegetriebener Umsätze. In das laufende Jahr startet das Unternehmen bereits mit annualisierten Kosteneinsparungen von rund 60 Millionen Euro aus dem Vorjahr.

Die Analysten von RBC sehen in den mittelfristigen Zielen keine wesentliche Veränderung und bestätigten ihre Einstufung mit „Outperform“ sowie einem Kursziel von 10 Euro. Ob diese Einschätzung trägt, wird der vollständige Jahresbericht für 2025 zeigen, den Evotec am 1. April 2026 vorlegen will – zusammen mit detaillierten Mittelfristzielen. Bis dahin dürfte die Aktie unter dem Druck des schwachen Jahresausblicks bleiben.

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