Evotec Aktie: Tiefstkurs nach Gewinnschock

Evotecs drastische Gewinnprognose für 2026 und das radikale Sparprogramm Horizon haben den Aktienkurs auf ein Mehrjahrestief gedrückt. Analysten bewerten die Transformation gespalten.

Evotec Aktie
Kurz & knapp:
  • Prognose für 2026 EBITDA weit unter Erwartungen
  • Radikales Sparprogramm mit 800 Stellenabbau
  • Gespaltene Geschäftsentwicklung in den Segmenten
  • Langfristziele bis 2030 bleiben unverändert

Mit einer Prognose, die Analysten kalt erwischte, hat Evotec zuletzt für erheblichen Druck auf den Kurs gesorgt. Das bereinigte EBITDA könnte 2026 auf null bis 40 Millionen Euro sinken — Analysten hatten im Schnitt rund 80,8 Millionen Euro erwartet. Die Aktie markierte daraufhin ein neues Mehrjahrestief.

Programm „Horizon“: Radikaler Umbau mit hohem Preis

Am 10. März kündigte Evotec das Restrukturierungsprogramm „Horizon“ an — die nächste Phase einer Transformation, die 2024 mit dem sogenannten „Priority Reset“ begann. Konkret soll das weltweite Standortnetz auf zehn Standorte schrumpfen, der Münchner Standort wird vollständig geschlossen. Bis zu 800 Stellen fallen weg.

Die strukturellen Einsparungen sollen bis Ende 2027 rund 75 Millionen Euro jährlich bringen. Die Restrukturierungskosten belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro in bar über die Jahre 2026 bis 2028, hinzu kommen nicht zahlungswirksame Wertminderungen. Evotec bezeichnet 2026 ausdrücklich als Übergangsjahr — operative Verbesserungen erwartet das Management erst ab der zweiten Jahreshälfte.

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Gespaltenes Geschäft: Biologics läuft, Discovery schwächelt

Die Zahlen aus 2025 zeigen ein zweigeteiltes Unternehmen. Das Kerngeschäft im Bereich Drug Discovery & Preclinical Development brach um 13 Prozent auf rund 529 Millionen Euro ein, das Segment-EBITDA rutschte in den negativen Bereich. Gegenläufig entwickelte sich das Biologics-Segment Just – Evotec Biologics: Umsatz plus 40 Prozent auf 259 Millionen Euro, EBITDA-Beitrag rund 53 Millionen Euro.

Dieser Kontrast erklärt, warum das Analystenurteil gespalten bleibt. RBC bestätigt die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 10 Euro und sieht die mittelfristigen Ziele nicht wesentlich verändert. Die Deutsche Bank hingegen senkte das Kursziel um 25 Prozent auf 4,50 Euro und behält das Rating „Hold“ — mit Verweis auf den schwachen Umsatzausblick für 2026.

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Mittelfristziele bis 2030 bleiben ambitioniert

Trotz des belasteten Übergangsjahres hält Evotec an seinen Langfristzielen fest: Der Konzernumsatz soll bis 2030 auf über eine Milliarde Euro steigen, die bereinigte EBITDA-Marge 2028 die 20-Prozent-Marke erreichen. Finanzvorstand Paul Hitchin spricht von einer „strukturell fokussierteren Organisation mit verbesserter langfristiger Profitabilität und gestärkter Cash-Generierung ab 2027″.

Den nächsten konkreten Prüfstein liefert Evotec am 8. April mit den finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Der Kapitalmarkt dürfte dabei vor allem auf den Fortschritt beim Sparprogramm und die Dynamik im Biologics-Geschäft schauen — zwei Faktoren, die über die Glaubwürdigkeit des gesamten Transformationskurses entscheiden.

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