Heute stimmen Evotec-Aktionäre in Hamburg über eine grundlegende Neuaufstellung des Aufsichtsrats ab. Die Beschlüsse könnten den Kurs des Biotech-Unternehmens in einer kritischen Phase mitbestimmen.

Neue Gesichter an der Spitze

Zur Wahl steht Dieter Weinand als neuer Aufsichtsratsvorsitzender. Seine Nominierung gilt als Versuch, die kommerziellen Aktivitäten und globalen Partnerschaften stärker zu gewichten. Ferner soll Dr. Wolfgang Hofmann als unabhängiges Mitglied in das Gremium einziehen.

Hinzu kommt ein struktureller Schritt: Der Aufsichtsrat soll von sechs auf sieben Mitglieder wachsen. Das Signal dahinter ist klar — Evotec will mehr Expertise und Unabhängigkeit in der Kontrolle seiner Strategie.

Transformation braucht frisches Kapital

Der Umbau des Aufsichtsrats ist kein Zufall. Er begleitet die im März 2026 vorgestellte Transformationsstrategie „Horizon“. Das Programm zielt auf mehr operative Effizienz, technologische Führung in der Wirkstoffforschung und den Weg in die Gewinnzone.

Zur Finanzierung platzierte Evotec im Mai 2026 eine Wandelschuldverschreibung über rund 116 Millionen Euro. Das Unternehmen setzt also auf Fremdkapital, um die Transformation zu stemmen — ein Risiko, das Anleger nicht ignorieren sollten.

Aktie weit unter Jahreshoch

Die Kursentwicklung zeigt, wie viel Vertrauen Evotec zuletzt verspielt hat. Seit Jahresanfang verlor die Aktie rund 16 Prozent, über zwölf Monate sogar mehr als 36 Prozent. Mit 4,65 Euro liegt der Kurs deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 5,61 Euro.

Ob die Hauptversammlung einen Wendepunkt markiert, hängt davon ab, wie überzeugend die neue Aufsichtsratsbesetzung wirkt — und ob „Horizon“ bald messbare Ergebnisse liefert.