Drei Nachrichten auf einmal: Evotec präsentierte am Mittwoch den Jahresabschluss 2025, meldete einen erwarteten Liquiditätszufluss von rund 100 Millionen US-Dollar aus der Gilead-Übernahme von Tubulis — und kündigte einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden an. Der Kurs reagierte prompt und legte um knapp acht Prozent zu.
Jahresbilanz: Verlust halbiert, EBITDA am oberen Rand
Das abgelaufene Geschäftsjahr lieferte gemischte, aber besser als befürchtete Ergebnisse. Der Konzernumsatz lag bei 788,4 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte mit 41,1 Millionen Euro das obere Ende der eigenen Prognosespanne — gestützt maßgeblich durch eine Lizenzzahlung von 65 Millionen Euro. Besonders positiv: Der Nettoverlust sank von 196 auf 103,5 Millionen Euro, fast eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr.
Tubulis-Deal bringt frisches Kapital
Der eigentliche Kurstreiber dürfte die Tubulis-Transaktion sein. Gilead Sciences übernimmt das Münchner Biotech-Unternehmen, an dem Evotec über seinen Venture-Arm 3,14 Prozent hält. Bei Abschluss — geplant für das zweite Quartal 2026 — erwartet Evotec eine Vorabzahlung von rund 100 Millionen US-Dollar sowie meilensteinabhängige Ansprüche von bis zu 58 Millionen US-Dollar.
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RBC Capital Markets hob hervor, dass allein die Vorabzahlung etwa elf Prozent des bisherigen Börsenwerts entspreche — ein Wert, der im Kursverlauf bis dato kaum eingepreist war. Das Kursziel der Bank bleibt bei 10,00 Euro, das Rating lautet weiterhin „Outperform“.
Neuer Aufsichtsratschef, laufende Transformation
Auf der Hauptversammlung am 11. Juni 2026 soll Dieter Weinand als neuer Aufsichtsratsvorsitzender gewählt werden. Der frühere Bayer-Vorstand bringt zusätzlich Erfahrung aus Führungspositionen bei Pfizer und Sanofi mit. Er übernimmt die Rolle von Prof. Dr. Iris Löw-Friedrich.
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Der Wechsel fällt mitten in das Transformationsprogramm „Horizon“, das bis Ende 2027 Kosteneinsparungen von 75 Millionen Euro anstrebt. Dazu zählen die Konzentration auf zehn Kernstandorte und ein stärkerer Fokus auf KI-gestützte Forschungsplattformen.
Vorsichtiger Ausblick, ambitionierte Mittelfristziele
Für 2026 erwartet das Management einen Umsatz zwischen 700 und 780 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von null bis 40 Millionen Euro — ein bewusst konservativ angesetztes Übergangsjahr. Eine spürbare operative Verbesserung prognostiziert das Unternehmen erst für die zweite Jahreshälfte.
Mittelfristig bleibt der Anspruch hoch: Bis 2030 soll der Umsatz die Milliarden-Marke knacken, ab 2028 eine EBITDA-Marge von über 20 Prozent folgen. Gemessen am aktuellen Kurs von rund 4,83 Euro — noch immer mehr als 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch — ist in diesen Ambitionen noch viel Weg eingepreist.
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