Evotec erreicht ein neues Zehnjahrestief. Nach dem massiven Kurssturz der vergangenen Tage sucht die Aktie bei 3,45 Euro nach einem Boden. Die drastische Prognosesenkung erschütterte das Vertrauen der Investoren schwer.

Radikale Korrektur der Jahresziele

Evotec korrigierte die Ziele für 2026 deutlich nach unten. Der Konzernumsatz soll nur noch zwischen 570 und 610 Millionen Euro liegen. Zuvor rechnete das Management mit bis zu 780 Millionen Euro.

Besonders beim operativen Ergebnis bricht die Prognose ein. Das Unternehmen erwartet nun einen Verlust zwischen 70 und 105 Millionen Euro. Bisher stellte der Vorstand einen Gewinn in Aussicht.

Verzögerungen bei Meilensteinzahlungen verursachten rund 40 Prozent dieser negativen Abweichung. Weitere 45 Prozent entfallen auf verschobene Abschlüsse neuer Kooperationen. Schwächere Umsätze spielten indes nur eine untergeordnete Rolle.

Charttechnik signalisiert Überverkaufung

Die Charttechnik liefert parallel dazu ein extremes Signal. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 23,8 weit im überverkauften Bereich. Solche Werte markieren oft das Ende einer Verkaufswelle.

Statistisch gesehen könnte der Verkaufsdruck seinen Höhepunkt erreicht haben. Das hohe Handelsvolumen der letzten Tage deutet auf eine Kapitulation der Marktteilnehmer hin. Das gilt oft als notwendige Voraussetzung für eine nachhaltige Bodenbildung.

Fokus auf den August

Im August 2026 folgt der nächste Härtetest. Dann veröffentlicht Evotec den geprüften Halbjahresbericht. Marktbeobachter warten besonders auf Details zum Sparprogramm „Horizon“.

Das Management will die Kostenbasis bis Ende 2027 um 75 Millionen Euro senken. Analysten fordern derweil eine bessere finanzielle Transparenz. Die Deutsche Bank kappte das Kursziel für die Aktie jüngst auf 3,50 Euro.