Am 8. April legt das Hamburger Biotech-Unternehmen Evotec seine finalen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 vor. Die Ausgangslage könnte kaum ambivalenter sein: Während das Kerngeschäft schrumpft und die Gewinnprognose für 2026 den Markt massiv enttäuschte, federn ein radikales Sparprogramm und eine wachsende Biologika-Sparte den Absturz ab. Diese Gegensätze spiegeln sich in den extrem unterschiedlichen Einschätzungen der Wall Street wider.
Schwaches Kerngeschäft trifft auf Biologics-Wachstum
Der wesentliche Grund für die anhaltende Kursschwäche liegt in der schwachen Prognose für das laufende Jahr. Evotec stellt für 2026 lediglich ein bereinigtes EBITDA zwischen 0 und 40 Millionen Euro in Aussicht. Analysten hatten im Vorfeld mit mehr als 80 Millionen Euro gerechnet. Das Management deklariert 2026 folglich als reines Übergangsjahr.
Verantwortlich für den Margendruck ist vor allem das Kerngeschäft der Wirkstoffforschung, dessen Umsätze 2025 um 13 Prozent einbrachen und das Segment-EBITDA in den negativen Bereich drückten. Deutlich robuster präsentiert sich hingegen das Segment Just Evotec Biologics. Ein Umsatzplus von rund 40 Prozent auf 259 Millionen Euro stützte die Konzernbilanz. Zudem dient der Verkauf des Biologika-Standorts in Toulouse an Sandoz, der potenziell über 650 Millionen US-Dollar einbringen soll, als wichtiges finanzielles Polster für die anstehende Neuausrichtung.
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Analysten bewerten Umbau extrem unterschiedlich
Um die Kostenstruktur an die neuen Realitäten anzupassen, forciert das Management das Restrukturierungsprogramm „Horizon“. Der Abbau von bis zu 800 Stellen und die Reduzierung der weltweiten Standorte von 14 auf 10 sollen ab 2027 jährliche Einsparungen von 75 Millionen Euro generieren. Dem stehen allerdings einmalige Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Euro gegenüber.
Wie der Markt diese Gemengelage aus schrumpfendem Kerngeschäft und ambitioniertem Umbau bewertet, zeigt der Blick auf die aktuellen Analystenkommentare:
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- RBC: Bestätigt das „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 10,00 Euro.
- Berenberg: Senkt das Ziel auf 9,70 Euro, rät aber weiterhin zum Kauf.
- Deutsche Bank: Reduziert das Kursziel deutlich von 6,00 auf 4,50 Euro und belässt die Einstufung auf „Hold“.
Die Skepsis der Deutschen Bank spiegelt sich in der jüngsten Marktdynamik wider. Bei einem aktuellen Niveau von 4,52 Euro notiert das Papier fast 46 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch aus dem vergangenen Mai.
Die anstehende Bilanzpräsentation am 8. April muss nun konkrete Belege liefern, dass die Einsparungen aus dem „Horizon“-Programm greifen. Mittelfristig hält das Management an seinen Vorgaben fest: Bis 2030 sollen die Konzernerlöse die Marke von einer Milliarde Euro übersteigen, gekoppelt mit einer operativen Marge von 20 Prozent bis 2028. Erste positive Effekte aus dem Umbau erwartet das Unternehmen für die zweite Jahreshälfte 2026.
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