Evotec kommt nicht zur Ruhe. Während der Konzern sich radikal umbaut, schickt ein Vorstandsmitglied ein belastendes Signal an den Markt. Dr. Cord Dohrmann trennte sich von einem großen Aktienpaket. Das Timing könnte kaum schlechter sein.

Dohrmann veräußerte knapp 120.000 Stückaktien zu einem Durchschnittspreis von 4,81 Euro. Das Volumen der Transaktion liegt bei rund 577.000 Euro. Der Verkauf erfolgte Mitte Juni 2026 über den Handelsplatz Xetra.

Radikaler Umbau bei Evotec

Der Konzern steckt mitten im Transformationsprogramm „Horizon“. Das Management will die jährliche Kostenbasis bis Ende 2027 um 75 Millionen Euro senken. Dafür fallen weltweit rund 800 Stellen weg. Die Anzahl der Standorte sinkt parallel dazu auf zehn Einheiten.

Die Zahlen zum Jahresstart unterstreichen den Handlungsbedarf. Der Umsatz sank auf 156,6 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein negatives bereinigtes EBITDA von knapp 22 Millionen Euro.

Der aktivistische Investor MAK Capital erhöht derweil den Druck. Er fordert eine schärfere Fokussierung auf das Kerngeschäft. Vor allem die Zukunft der Tochter Just – Evotec Biologics gilt als Streitpunkt.

Neuer Wind im Aufsichtsrat

Hoffnung setzt der Markt auf Dieter Weinand. Die Hauptversammlung wählte den branchenerfahrenen Manager im Juni 2026 neu in den Aufsichtsrat. Er übernahm sofort den Vorsitz des Gremiums. Weinand soll die strategische Neuausrichtung eng begleiten.

Bisher konnte seine Ernennung den Abwärtstrend nicht stoppen. Die Aktie verlor seit Jahresbeginn massiv an Wert. Insider-Verkäufe in einer solchen Phase werten Marktbeobachter oft als Zeichen mangelnder Zuversicht.

Im zweiten Halbjahr muss Evotec liefern. Die Marktteilnehmer achten vor allem auf die Stabilisierung der Margen. Erste messbare Erfolge der Kostensenkungen sind für das Vertrauen der Aktionäre nun essenziell.