Die Aktie von Exxon Mobil gerät am Freitag trotz solider Quartalszahlen unter Druck und verliert über 2 Prozent. Der Ölkonzern meldete für das vierte Quartal einen Gewinn je Aktie von 1,71 Dollar – damit wurde die Analystenschätzung von 1,68 Dollar übertroffen. Der Umsatz belief sich auf 82,31 Milliarden Dollar und lag ebenfalls über den Erwartungen von 81,04 Milliarden Dollar.

Der operative Cashflow erreichte im Berichtszeitraum 12,7 Milliarden Dollar, während der freie Cashflow 5,6 Milliarden Dollar betrug. Trotz dieser auf den ersten Blick erfreulichen Zahlen zeigen sich die Anleger enttäuscht. Der Gewinn fiel mit 6,5 Milliarden Dollar deutlich unter dem Vorjahreswert von 7,61 Milliarden Dollar.

Warum die Venezuela-Karte nicht zieht

Ein Blick auf die Konkurrenz offenbart möglicherweise den Grund für die verhaltene Reaktion: Während Chevron als einziger US-Ölproduzent bereits vor Ort in Venezuela operiert und nun weitere Möglichkeiten auslotet, hinkt Exxon hinterher. Der Konzern betonte zwar, über die nötige Technologie zur Förderung kostspieliger venezolanischer Ölvorkommen zu verfügen – doch das ist vorerst nur Theorie.

Die Trump-Regierung hatte am Donnerstag zwar Beschränkungen für Transaktionen mit dem venezolanischen Staatsölkonzern PDVSA gelockert, was den Verkauf und Transport von Öl durch US-Unternehmen ermöglicht. Doch die Sanktionen für die Ölproduktion selbst bleiben bestehen. Branchenkenner warnen zudem, dass ein Produktionsausbau in Venezuela aufgrund der veralteten Infrastruktur und politischer Unsicherheiten nach der US-Intervention Zeit brauchen wird.

Geopolitische Spannungen treiben Ölpreis

Während Exxon strauchelt, profitiert der Ölpreis von steigenden geopolitischen Risiken. Brent-Öl und WTI-Crude steuern auf Monatszuwächse von rund 13 Prozent zu – trotz leichter Verluste am Freitag. Die Eskalation zwischen den USA und Iran hält die Märkte in Atem: Trump droht mit Militärschlägen und hat eine Marineeinheit in die Region entsandt, sollte Teheran nicht bei seinem Atomprogramm einlenken.

Die OPEC+ wird am Sonntag zusammentreffen und voraussichtlich ihre Fördermenge unverändert lassen. Das Kartell hatte seine Produktion 2025 bereits um 2,9 Millionen Barrel pro Tag erhöht, bevor es im Januar eine Pause einlegte.